Klares, kaltes Winterwetter, eine malerische Cross-Strecke am Genfer See: Drei Nachwuchsläufer der LAV Tübingen genossen den zweitägigen Ausflug mit der DLV-Mannschaft zum U 23-Ländervergleich mit der Schweiz in Lausanne.
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Bernhard Schmidt
Lausanne. Üblicherweise ist der Leichtathlet, ob in technischen oder läuferischen Disziplinen unterwegs, ein Einzelkämpfer. Umso schöner, wenn der Athlet, in diesem Fall der Läufer, mit Gleichgesinnten nicht nur die Wettkämpfe, sondern auch ein bisschen Freizeit teilt. „Es waren zwei schöne Tage“, berichtet Timo Göhler übers verlängerte vergangene Wochenende. Ländervergleiche auf der Cross-Strecke setzen außerdem im Vorfeld der Rennen auch manche teamtaktischen Absprachen voraus. „Im Cross steht die Einzelleistung nicht so im Vordergrund“, sagt Göhler.
Und die DLV-Mannschaft gab am Samstag fast auf allen Strecken und in allen Altersgruppen den Ton an. Dominierend auch die U 23-Männer des DLV mit den beiden LAVlern Göhler und Michael Schramm. Sie gewannen mit elf Punkten deutlich gegen die Schweiz. In der Wertung der Junioren, die zusammen mit Aktiven aus der Schweiz und Frankreich ins Rennen gingen, siegte Schramm nach acht Kilometern durch den städtischen Seepark in 23:29,75 Minuten, Göhler lief als drittschnellster Junior in 23:57 Minuten über die Ziellinie.
Während Michael Schramm im Schlussspurt bestenfalls noch einen Platz hätte aufholen konnte, ärgerte sich Göhler ein wenig darüber, dass er nur als Letzter einer vierköpfigen Verfolgergruppe ins Ziel kam. Bei den geringen Zeitabständen hätte er im Gesamtklassement genauso auf den 9. statt nur auf den 13. Platz kommen können. „Das will man im Endspurt natürlich schon besser machen“, sagt Göhler, dem nach intensiven Trainingskilometern am Ende aber die Spritzigkeit fehlte.
Weil er in der Vorbereitung bisher von Verletzungen und Krankheiten verschont geblieben ist, konnte Göhler ein umfangreiches Trainingspensum absolvieren. „Das hat mich auf ein ganz neues Level gebracht. Das werde ich dann im Sommer hoffentlich auf die Bahn bringen“, sagt Göhler. Über 5000 Meter will sich der 21-jährige Tübinger in seinem letzten Jahr als Junior der 14-Minuten-Schallmauer annähern. Die deutschen Junioren-Meisterschaften Ende Juli im pfälzischen Kandel sind für Göhler der Saisonhöhepunkt. Zweimal wird der Tübinger Student der Betriebswirtschaftslehre in diesem Winter noch in der Halle an den Start gehen – „um den Trainingsalltag ein bisschen aufzulockern“.
Als Sieger der Juniorenwertung wurde Göhlers Teamkollege Schramm nach dem Rennen zum Interview mit dem DLV-TV geladen. Zu hundert Prozent zufrieden sei er mit seinem Rennen und seiner Platzierung, sagt Schramm. Endlich einen nationalen Titel holen, gab der Informatik-Student aus Stuttgart als das wichtigste Ziel für dieses Jahr aus, am wahrscheinlichsten bei der Junioren-Cross-DM am 10. März im thüringischen Ohrdruf.
Auf dem Weg dorthin wird der bekennende Cross-Fan am 29. Januar auf der Geländestrecke in Flein starten und zwei Wochen später seine Form bei den Cross-Landesmeisterschaften in Zell am Neckar testen. Nur einmal, bei den deutschen Hochschulmeisterschaften am 1. Februar, wird Schramm über 3000 Meter unterm Hallendach laufen. Schon vor zwei Jahren war der 21-Jährige auf gleicher Strecke in Lausanne gestartet und hatte sich über die Gastfreundschaft der Schweizer gefreut. „Hier macht das Laufen einfach Spaß: Es ist eine schöne Strecke und eine sehr entspannte Atmosphäre.“
Die Jüngste schlug sich wacker im Nationaltrikot
Bei den Juniorinnen überzeugte auch die Dritte im LAV-Trio: Annika Frank lief über fünf Kilometer in der Juniorinnen-Wertung in 17:26,10 Minuten auf den sechsten Platz, womit die erst 18-Jährige die viertbeste Deutsche war. Bei den Juniorinnen liefen zwei Schweizerinnen vorneweg, letztlich siegte Regula Wyttenbach in 16:24,30 Minuten.