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Leichtathletik: Vom Gedanken an einen Vogel beflügelt

Pamela Veith holt den Titel über 100 Kilometer

Pamela Veith, die für den TSV Kusterdingen startende Ultra-Läuferin aus Dettingen/Erms, wurde auf einem Rundkurs in Jüterbog südlich von Berlin deutsche Meisterin über 100 Kilometer.

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Ultraläuferin Pamela Veith holte den ersten DM-Titel für den TSV Kusterdingen. Ultraläuferin Pamela Veith holte den ersten DM-Titel für den TSV Kusterdingen.

Jüterbog. Zwei Taktiken hatten sich Veiths Trainer und Betreuer Michael Wolf und Stephan Weigelt, Ultra-Marathonberater des DLV fürs Rennen ausgearbeitet: Hinten mitlaufen und ab Kilometer 78 angreifen oder vorne weg, möglichst lange das Tempo hochhalten und bei den Verpflegungspunkten Druck machen. 11,047 Kilometer lang war der Rundkurs, bei km 4 und 7 sowie im Ziel gab es Verpflegungsmöglichkeiten.

Nach den ersten Runden lag Antje Krause (Marbach) als Favoritin vor Veith und Elke Musial (Taucha). Für einen Stopp auf der Toilette erlief sich Veith daraufhin bei km 18 einen 40-Sekunden-Vorsprung. Der Wind frischte auf, doch sie hatte in Olaf Graf aus Petershagen, dem einzigen Starter aus Brandenburg, einen guten Windschatten. Für ihn war es der erste 100 km-Lauf. Ab der Marathondistanz war Veith dann allerdings allein unterwegs, genauso wie der zu diesem Zeitpunkt führende Michael Sommer aus Schwaikheim.

Der Abstand zu der Verfolgergruppe wurde unwesentlich größer. Olaf Graf lief inzwischen dort mit und rief Veith im Ziel zu: „Pamela du hast ein Riesen-Fadenkreuz hinten auf dem Trikot – Antje Krause war auf den Sieg fixiert, sie wollte dich holen“. Der Wind war inzwischen zum Sturm ausgewachsen, die Ausfälle bei den Frauen nahmen zu. Elke Musial und Nicole Benning, bis dahin Dritte und Vierte, gaben auf.

Bei km 66,7 kam es zu der Vorentscheidung. Antje Krause kam eine Minute später zur Verpflegung und Veith war noch in Sichtweite. Die TSV-Läuferin gab nun etwas mehr Gas, der Vorsprung wuchs auf 1:40 Minute. Beide liefen sehr konstant die Runden in 53 bis 54 Minuten. Veith kommentierte die Situation nach dem Zieldurchlauf: „Es kam der Gedanke: heute kann ich und will ich deutsche Meisterin werden.“

Bei km 78 war der Vorsprung auf 2:30 Minuten angewachsen. Die Dettingerin lag klar auf Kurs, steuerte eine Bestzeit an: 8:10 bis 8:18 Stunden Minuten. Als inneres Bild, so die Empfehlung des Betreuers, sollte sie sich einen Delfin vorstellen. Doch bei dem starken Wind dachte sie an einen Vogel und schickte gleich ein paar Bitten mit auf die Reise. Es beflügelte sie, bei km 89 mit einem Vorspruch von fünf Minuten auf die letzte Runde zu gehen. Die Bedingungen wurden von einigen Läufern als unmenschlich beschrieben: „Entweder bläst es dich weg oder in windstillen Ecken schmilzt du in der Sonne dahin.“

Die Eltern, die sechs Geschwister, der Freund sowie die TSVler aus Kusterdingen drückten die Daumen. Denn in der Vereinsgeschichte der Leichtathletik gab es schon zwei zweite Plätze – ein Titel fehlt noch.

Pamela Veith kam nach 8:13:14 Stunden ins Ziel, wurde deutsche Meisterin im 100 km Straßenlauf. Damit gehen beide Titel nach Württemberg. Michael Sommer aus Schwaikheim finishte mit 7:13:14, genau eine Stunde vor Veith. Die Dettingerin wurde natürlich auch in der Altersklasse W 35 Erste, kehrte mit zwei Goldmedaillen, einer goldenen Ehrennadel und einem roten DLV-Wimpel aus Jüterbog zurück.bs

06.05.2011 - 08:30 Uhr

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