Die Langstreckenläufer der LAV Asics Tübingen nehmen heute in Essen bei den deutschen Meisterschaften über die 10 000 Meter wieder Medaillen ins Visier. Auf eine Top-Ten-Platzierung hofft LAC-Läuferin Friederike Kallenberg.
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johannes knuth
Michael Schramm (rechts): Im Halbmarathon holte der Ex-Lörracher und heutige LAVler DM-Bronze. Kommt er über 10000 ebenfalls aufs Podest?Archivbild: hajo
Tübingen/Essen. Ein wenig traurig waren sie in Lörrach schon, als Michael Schramm im Januar seinen Heimatverein verließ. Der 20-Jährige hatte den TuS Lörrach-Stetten 2009 bei der Cross-Europameisterschaft vertreten, so weit war zuvor noch kein Leichtathlet aus Lörrach gekommen, auch Schramm war mächtig stolz. So richtig zufrieden war er dann aber auch wieder nicht, im Training hatte er niemanden an seiner Seite, der mit ihm mithielt, Schramm fand, es sei an der Zeit, „mal neue Wege zu gehen“. Der Weg führte ihn im Januar schließlich zur LAV, ab sofort trainierte er mit den Tübinger Nachwuchsläufern Simon Dörflinger, Timo Göhler und Clemens Bleistein, eine „tolle Gruppe“, fand Schramm.
Sein Lörracher Trainer Andreas Obrecht sah das ähnlich: „In diesem Team hat Michael die Chance, um die deutsche Meisterschaft zu laufen“, prophezeite er im Januar. Zwei Monate später gewannen Schramm, Göhler und Bleistein in der Junioren-Wertung Team-Gold bei den Deutschen Crossmeisterschaften, einen Monat danach holte Schramm im Einzel Junioren-Bronze bei den Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften.
Viel wurde bei der LAV während des Frühjahrs über den 18 Jahre alten Hürdenläufer und neuen Deutschen Hallenmeister Gregor Traber geredet, doch nicht weit dahinter hat sich in Michael Schramm eine weitere Nachwuchshoffnung in Stellung gebracht. Am Samstag könnte der 20 Jahre alte Junior bei den Deutschen 10 000-Meter-Meisterschaften in Essen die nächste Einzelmedaille einfahren, die dafür benötigte Form hat er sich jedenfalls schon einmal verschafft. Mannschaftskamerad Timo Göhler, der vor zwei Wochen eine neue Bestleistung über die 5000 Meter aufgestellt hatte, kann in Essen wohl nicht ganz vorne, wohl aber in der erweiterten Spitze mitmischen.
Im 5000-Meter-Wettbewerb der weiblichen Jugend A hofft Annika Frank auf eine weitere Medaille für die LAV. Platz eins scheint zwar für Jannika John (Fürth) reserviert, der Vizetitel, den Frank im Vorjahr bereits eingeheimst hatte, ist für die A-Jugendliche aber durchaus in Reichweite. In der Juniorinnenklasse (10 000 Meter) peilt Franziska Pfeifer einen Platz unter den ersten Acht an.
Die Grundlagen in Marokko geholt
Friederike Kallenberg vom LAC Pliezhausen geht mit guten Aussichten auf eine Top-Ten-Platzierung ins 10 000-Meter-Rennen der Frauen. Vor knapp drei Wochen hatte Kallenberg bei der Halbmarathon-DM den siebten Platz belegt. Die 27-jährige Langstrecklerin hat im Winter, unter anderem in Marokko, hohe Umfänge und viele Grundlagenkilometer, zuletzt aber auch einige schnellere Runden auf der Bahn absolviert. „Die Umstellung war anfangs nicht einfach, aber so langsam gewöhnen sich die Beine wieder an schnellere Tempi“, sagt die LAC-Athletin. „Ich freue mich schon sehr auf das Rennen, eine nationale Meisterschaft ist immer eine ganz besondere Motivation.“
Das Rennen wird schnell und gut besetzt sein. Hinter Topfavoritin Sabrina Mockenhaupt zählen auch die deutschen Topläuferinnen Simret Restle, Ingalena Heuck und Veronika Pohl (Dritte der Halbmarathon-DM) zu den Favoritinnen. Kallenbergs aktuelle Bestzeit steht bei 35:50 Minuten. „Wenn es dann mit einer neuen Bestzeit wieder zu einer ähnlich guten Platzierung wie im Halbmarathon reicht, wäre das natürlich optimal“, sagt die LAC-Vorzeigeathletin.