[X]
 per eMail empfehlen


   

Auf dem Sprung in die Spitze

Leichtathletik: Ex-Mehrkämpferin Eva Baur konzentriert sich ganz auf den Sprint

Mit einer 100-Meter-Bestzeit von 11,79 Sekunden hat sich Eva Baur von der LAV Asics Tübingen in die Top-Zwanzig der nationalen Sprintszene katapultiert. Nach dem Abitur will die ehemalige Mehrkämpferin 2012 richtig durchstarten.

Anzeige


Saskia drechsel
Artikelbild: Leichtathletik: Ex-Mehrkämpferin Eva Baur konzentriert sich ganz auf den Sprint

Poltringen. Platz fünf über 100 Meter bei der deutschen U23-Meisterschaften in Bremen, der neunte Platz bei der Aktiven-Meisterschaft, gleich zwei Mal unter 12 Sekunden – 2011 war ein gutes Jahr für Eva Baur. Ihren Leistungsschub führt die 20-Jährige unter anderem auf ihr abgeschlossenes Abitur zurück. „Dadurch konnte ich häufig zwei Mal pro Tag trainieren, das hat vielleicht den Ausschlag gegeben.“

Die Poltringerin hat einiges erlebt vergangene Saison: „Highlight war das Weltklasse-Meeting in Kassel. Das Drumherum war eine tolle Erfahrung. Ich musste sogar Autogramme geben.“

Auch von der Mannheimer Juniorengala erzählt sie mit einem Strahlen. Mit den besten deutschen Sprinterinnen trat sie in der 4x100-Meter-Staffel an. „Allerdings mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Ich hatte nämlich von der Zeit her die Norm, um mit der U23-Staffel bei den Europameisterschaften zu laufen. Der Verband hat aber keine Staffel hingeschickt. Mannheim war deswegen eine Art Entschädigung“.

Für Baur war der Entschluss für den Stprint und gegen den Siebenkampf definitiv richtig. „Wer weiß, ob ich jemals weit genug mit der Kugel gestoßen, oder meine Blockade im Hochsprung überwunden hätte.“

Wer zu internationalen Meisterschaften will, müsse sich entscheiden. „Ich habe meine neugewonnene Schnelligkeit und die Hürden einfach nicht unter einen Hut bekommen“, versucht die 20-Jährige eine Erklärung. Über 100 Meter hingegen schien alles zu gelingen. „Ich hatte zum ersten Mal richtige Konkurrenz, das hat mich angetrieben.“

Mit dem Abschied von den Hürden wird sich auch im Training der Ammerbucherin einiges ändern, statt Technikeinheiten an der Hürde wird jetzt viel gesprintet. „Wir haben vor einem Jahr nur Hürden trainiert und ein paar Tempoläufe gemacht, mehr nicht – und trotzdem bin ich deutlich schneller gelaufen“, sagt Baur. Diese Entwicklung soll 2012 weitergehen, deswegen stehen derzeit jede Menge Sprünge auf dem Trainingsplan. Auch Startübungen trainiert die 20-Jährige zurzeit intensiv. „Ich muss besser aus dem Block kommen. Da ist auf jeden Fall noch großes Potential“, meint Eva Baur, die sechs Mal pro Woche unter LAV-Trainer Sebastian Marcard trainiert.

Dieses Potential will Baur 2012 auch nutzen. Ihren Sommerurlaub hat sie in Texas verbracht und während ihres einmonatigen Aufenthalts viel Motivation geschöpft. Ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei Daimler stellt sie zwar vor neue Herausforderungen, „aber wenn man Prioritäten setzten kann, bekommt man das hin“, sagt Eva Baur selbstbewusst.

Denn im nächsten Jahr will sie ihre Bestleistung über 100 Meter deutlich verbessern und sich auch wieder an der 200-Meter-Strecke versuchen. „Ich hoffe, da gibt es die eine oder andere Überraschung – viele sagen sowieso, dass mir die 200 Meter mehr liegen, weil ich so groß bin“. Beim Sindelfinger Hallenmeeting Ende Januar startet sie in die Saison, die baden-württembergischen und die süddeutschen Meisterschaften stehen ebenfalls auf dem Terminplan.

08.10.2011 - 08:30 Uhr

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln (hier klicken)

Anzeige

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion