Leichtathletik: Das Meeting in Pliezhausen ist der Renner
Im Sommer 2010 Europameister in Barcelona, am Sonntag in Pliezhausen: Weitspringer Christian Reif und 800-Meter-Läufer Marcin Lewandowski sind die Stars des 21. Meetings „Krumme Strecken“ in Pliezhausen.
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hansjörg lösel
Arne Gabius hat seit Dienstag das Medizin-Examen hinter sich: „Meine Zulassung beantrage ich aber erst später, ich konzentriere mich noch zwei, drei Jahre ganz auf den Sport.“ Bild: Ulmer
Pliezhausen. Das Lob eines Olympiasiegers tut besonders gut: „Die Philosophie der Macher hier ist sehr Athleten- und Trainer-freundlich“, sagte Volker Beck, „krumme Strecken waren unser Wunsch, das machen wir auch im Training – deshalb ist Pliezhausen ein sehr guter Test und immer richtungsweisend für die Saison“. 1980 in Moskau holte der Erfurter Beck Olympia-Gold über 400 Meter Hürden, heute ist der 54-Jährige Bundestrainer dieser Disziplin. Beim Meeting-Pressegespräch gestern in Pliezhausen offenbarte Beck, dass er als Bundestrainer der 400 Meter Hürden „ein bisschen im Dilemma“ stecke: „Wir sind eine Alternativdisziplin, viele konzentrieren sich auf den Flachbereich.“ Das gilt nicht für Stephan Stoll. „Hürden sind abwechslungsreicher, man kämpft sich rein“, sagt Stoll. Der 23-Jährige aus Weil im Schönbuch, der für den VfL Sindelfingen startet, könnte einer der kommenden Stars auf dieser Strecke werden. Ob der einstige Tübinger Scholl-Schüler in Pliezhausen startet, ist aber noch unsicher: Beim Volleyball an der Uni hat sich Sportstudent Stoll am Beuger verletzt. „50:50“ schätzt er seine Einsatz-Chancen ein.
Volker Beck, Bundestrainer 400 Meter Hürden: „Pliezhausen ist richtungsweisend für die Saison.“Bild: Dreher
Zu 100 Prozent dabei ist Arne Gabius – seit Dienstag hat der mehrfache Deutsche Meister von der LAV Asics Tübingen sein Medizin-Examen hinter sich. „Die Belastung war schon enorm“, sagt Gabius, der trotz Lernstress im Winter auch mal aufs Rennrad gestiegen ist und drei Wochen in Kenia trainierte. Die 3000 Meter in Pliezhausen sind für Gabius der Saison-Einstieg: „Ich hatte diese Woche drei tolle Trainingseinheiten mit super Tempoläufen, mal schauen, was in den Beinen steckt.“ In der kommenden Woche steht die Deutsche Hochschulmeisterschaft auf dem Programm, anschließend ein 5000-Meter-Rennen im spanischen Huelva. Dort will Gabius den ersten Anlauf auf die WM-Norm (A 13:20 Minuten, B-Norm 13:23) nehmen.
Zurück nach Pliezhausen: Das Melde-Ergebnis für das 21. Läufer-Meeting übertrifft alle Erwartungen. 600 Startnummern hatte Meeting-Chef Thomas Jeggle beim Verband bestellt, kurzfristig beorderte er am Dienstag weitere 200. Sportler aus 20 Nationen kommen, darunter diesmal besonders viele Schweizer. „Das werden die inoffiziellen Schweizer Meisterschaften“, witzelte Jeggle.
Erstmals stehen auch Rollstuhl-Rennen auf dem Meeting-Programm. Jeggle: „Wir wollen neue Akzente setzen, sonst besteht die Gefahr, dass sich das Ganze nach all den Jahren tot läuft.“ Vermissen werden die Zuschauer den gewohnten Meeting-Moderator: Ewald Walker ist erstmals nicht dabei, sondern ist Stadionsprecher bei den Halleschen Werfertagen. 120 ehrenamtliche Helfer sorgen dafür, dass am Sonntag dennoch alles rund ums Schönbuchstadion rund läuft. „Ich bin begeistert, was dieser Verein als Team meistert“, sagte Ulrich Metzger, der Vorsitzende des LAC Pliezhausen.