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Im warmen Regen ins Finale

Leichtathletik: Arne Gabius kämpft bis ins Ziel

Mit Kampf und taktischem Geschick sicherte sich am Donnerstagabend der Tübinger Arne Gabius im Vorlauf einen Platz im 5000-Meter-Finale der Europameisterschaft in Barcelona.

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bernhard schmidt
Hat’s gereicht? Es hat. Noch skeptisch schaut Arne Gabius nach seinem Vorlauf auf die große ... Hat’s gereicht? Es hat. Noch skeptisch schaut Arne Gabius nach seinem Vorlauf auf die große Anzeigentafel im Olympiastadion zu Barcelona. Bild: Hensel

Tübingen/Barcelona. Arne Gabius, Aushängeschild der LAV Asics Tübingen, hat sich eindrucksvoll rehabilitiert fürs Vorlauf-Aus bei der Europameisterschaft vor vier Jahren in Göteborg. Der 29-Jährige verpasste zwar als Siebter des ersten Vorlaufs die direkte Qualifikation, zog aber mit einer Zeit von 13:39,78 Minuten als einer von fünf Zeitschnellsten doch noch ins Finale ein.

Bei strömendem Regen lieferten sich die Kontrahenten im ersten Vorlauf ein unruhiges Rennen. Der erste Kilometer war zwar langsam, doch dann verschärfte der Ire Alistair Cragg das Tempo. Gabius hielt in dieser Phase genauso den Kontakt wie vier Runden später, als nach kurzer Beruhigung der Spanier Alemayehu Bezabeh wieder aufs Tempo drückte. Bis etwa 600 Meter vor dem Ziel blieb Gabius an der siebenköpfigen Spitzengruppe dran, dann musste er abreißen lassen. Wohlwissend, dass er nur über eine gute Zeit ins Finale kommen konnte, kämpfte Gabius auch auf den letzten Metern.

Die Starter im zweiten Lauf trafen auf bessere Bedingungen: Es hatte zu regnen aufgehört, außerdem gaben die Favoriten Mo Farrah und Chris Thompson (beide Großbritannien), die sich in der Führung abwechselten, ein nicht allzu hohes, aber gleichmäßiges Tempo vor. Doch am Ende kam eine Sechser-Gruppe innerhalb nur weniger Sekunden ins Ziel, zum Siebten, dem Türken Kemal Koyoncu, klaffte aber eine Lücke von zehn Sekunden. Gabius war damit im Finale, das am Samstag Abend, 21.20 Uhr, gestartet wird (Live-Übertragung in der ARD und Eurosport).

„Das war schon ein flottes Tempo“, blickte der zufriedene Tübinger aufs Rennen zurück. „Ich bin nur froh, dass ich hinten raus noch gut drücken konnte. Nachdem die Gruppe vorne weg war, wusste ich, dass es um jede Sekunde geht.“

Mit der Zeit von Barcelona war Gabius gut zehn Sekunden schneller als im vergangenen Jahr, als er bei der Weltmeisterschaft in Berlin im Vorlauf ausschied. So war auch sein Trainer Dieter Baumann, der vor 18 Jahren an gleicher Stelle olympisches Gold holte, zufrieden mit dem Auftreten seines Schützlings: „Mir hat vor allem gefallen, dass er erstmals bei einem großen Wettkampf in den Bereich seiner Bestzeit gelaufen ist.“

Vor dem Finale am Samstag wird Gabius gemütlich mit seiner Freundin essen gehen und versuchen, den Kopf frei bekommen. „Die Pflicht ist ja getan, jetzt kann ich ja im Finale richtig Freude haben.“

30.07.2010 - 08:00 Uhr | geändert: 30.07.2010 - 08:24 Uhr
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