Das erste große 100-Meter-Duell der Saison endete mit einer Überraschung: Tyson Gay übertrumpfte Asafa Powell. Auf Weltrekordkurs steuerte der Kenianer David Rudisha über 800 Meter.
Anzeige
Schnellster über 100 m in Gateshead: Tyson Gay. Foto: AP
Gateshead Tyson Gay sorgte für die größte Überraschung, David Rudisha mit seinem Weltrekord-Angriff über 800-Meter für die überragende Leistung und Ariane Friedrich mit dem ersten Zwei-Meter- Sprung der Saison für EM-Vorfreude. Im Duell der Sprint-Größen hat der amerikanische Vizeweltmeister Gay beim Diamond-League-Meeting in Gateshead Asafa Powell kalt erwischt: Über 100 Meter war er zwei Hundertstelsekunden schneller als der Jamaikaner und kam in 9,94 Sekunden unerwartet als Erster ins Ziel.
"Ich habe wohl vergessen, dass Tyson Gay im Rennen gewesen ist", sagte ein enttäuschter Powell nach der ersten Niederlage der Saison.
Nach einem Super-Start hatte er im Zweikampf der 27-jährigen Ausnahmesprinter schon einen halben Meter Vorsprung, bevor ihn Gay auf den letzten Metern noch abfing. "Ich habe zu schnell entspannt und habe ihm dadurch eine Chance gegeben", gab Powell zu. "Es ist kein Rückschlag für mich, weil ich weiß, wie gut ich drauf bin." Dies will er am kommenden Freitag in Paris zeigen, wo es zum ersten Aufeinandertreffen mit Landsmann und Weltrekordler Usain Bolt kommen wird. "Ich bin bereit für Bolt", kündigte Powell an. Die beiden Topläufer aus der Karibik halten mit 9,82 Sekunden gemeinsam die Weltjahresbestzeit.
Betroffen zeigte sich Powell von der Nachricht, dass seine Trainingspartnerin Shelly-Ann Fraser positiv getestet wurde. "Es ist traurig für sie und dass es eine aus meiner Trainingsgruppe getroffen hat", sagte Powell.
Weniger beunruhigend dürfte für ihn sein, dass der Franzose Christophe Lemaitre bei den nationalen Meisterschaften in Valence als erster "weißer Sprinter" mit 9,98 Sekunden über 100 Meter unter der 10-Sekunden-Grenze geblieben ist. Damit verlor zugleich der deutsche Armin Hary, der am 21. Juni 1960 in Zürich mit 10,00 Sekunden Weltrekord gelaufen, den Status des schnellsten weißen Läufers. "Es war ein langgehegtes Ziel von mir unter zehn Sekunden zu laufen, aber ich habe nicht geglaubt, dass es in Valence passiert", so Lemaitre, der von den Zeiten von Bolt, Gay und Powell weiter nur träumen kann.
Dafür ist für den Kenianer David Rudisha nach seinem 800-Meter- Lauf in phänomenalen 1:41,51 im belgischen Heusden-Zolder der Weltrekord keine Illusion mehr. Bisher ist nur der Däne Wilson Kipketer bei seinen beiden Weltrekorden (1:41,24 und 1:41,11 Minuten) jeweils schneller gewesen.
Ein gutes Pflaster war Heusden-Zolder auch für Hochsprung-Ass Ariane Friedrich. Die Frankfurterin gewann mit 2,02 Meter, ihrem ersten Zwei-Meter-Satz seit dem Gewinn von Bronze bei der WM in Berlin. Dabei überwand die 26-Jährige sowohl 1,95 als auch 2,00 Meter jeweils erst im dritten Versuch. dpa