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Vom Hochland zum Meeting in Karlsruhe

Gabius und Ghirmai treffen auf Weltklasse

Gestärkt für die lange Leichtathletik-Saison mit Höhepunkt EM in Barcelona kehrte das LAV-Läuferduo Arne Gabius und Filmon Ghirmai vom Höhentrainingslager aus Kenia zurück.

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bernhard schmidt
In Kenia den Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Saison: Filmon Ghirmai (links) und Arne ... In Kenia den Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Saison: Filmon Ghirmai (links) und Arne Gabius. Archivbild: Ulmer

Tübingen. Während sich viele Hobby-Läufer ihre Ausdauer-Kilometer in heimischen Gefilden mühsam durch Eis, Matsch und Schnee erkämpfen, sind die Spitzenkräfte der LAV Asics Tübingen dem deutschen Winter Richtung Kenia entflohen. Von einigen Regentagen zu Beginn abgesehen, trafen die mehrfachen deutschen Meister Arne Gabius und Filmon Ghirmai in den vergangenen vier Wochen in 2400 Meter Höhe auf beste Trainingsbedingungen. Bei meist angenehmen Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad begab sich das Tübinger Duo zusammen mit den Schweizer Spitzenläufern Philipp Bandi und Christian Belz vier Wochen lang jeden Morgen auf die Strecke. Bis zu 170 Kilometer legten die Winter-Flüchtlinge wöchentlich zurück.

Nudeln für den Koch im Trainingslager

In Iten liefen den Europäern auch die kenianischen Lauf-Cracks über den Weg – wie beispielsweise David Rudisha, 2009 der Schnellste über 800 Meter, oder Augustine Choge, im gleichen Jahr der Beste über 1500 Meter.

Für die Läufer begann der Arbeitstag schon um 6.30 Uhr. „So blieb auch noch genügend Zeit, etwas fürs Studium zu tun, viel zu lesen, in der Stadt zu bummeln, mal ins Internet-Cafe zu gehen“, beschreibt Medizinstudent Gabius den nicht nur anstrengenden Alltag im Trainingslager. „Man muss den Tag auch leben“, sagt er, „in Kenia hat man viel Zeit.“

Nur vom Essen im Sporthotel in Iten war Ghirmai nicht angetan. Nach vier Wochen dürftiger Kost freut sich der Tübinger, angestellt in der Marketing-Abteilung des Trochtelfinger Nudelherstellers Alb-Gold, auf die heimischen Teigwaren. „Zum nächsten Trainingsaufenthalt im April bring ich dem Koch einige Nudelpackungen mit“, hat sich Ghirmai vorgenommen.

Wie Gabius steigt auch Trainingspartner Ghirmai am Sonntag beim BW-Bank-Meeting in der Karlsruher Europahalle ins Wettkampf-Geschehen ein. Hindernisspezialist Ghirmai erwartet fürs 3000-Meter-Rennen (Start 17:25 Uhr) nicht viel. „Nach den Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr gehe ich nicht mehr so wild in die Saison, sonst geht’s wieder nach hinten los“, sagt der 31-Jährige, der 2009 knapp an der Qualifikation für die WM in Berlin gescheitert war. Vor allem will Ghirmai nicht den Formaufbau für die Freiluft-Saison und das große Ziel Europameisterschaft in Barcelona gefährden.

Mit größeren Erwartungen geht Gabius ins Rennen. Von der starken Konkurrenz – am Start ist unter anderem Saif Saeed Shaheen, der Weltrekordler über 3000 Meter Hindernis – will sich der gebürtige Hamburger möglichst zu einer neuen persönlichen Bestzeit ziehen lassen. Das Rennen beim Karlsruher Meeting, befürchtet Gabius, kommt aber gerade neun Tage nach Ende des Höhentrainings noch etwas zu früh. Am 7. März will Serienmeister Gabius einen weiteren DM-Titel verteidigen: auf der Cross-Strecke in Stockach. Ghirmai dagegen lässt noch offen, ob er dort startet. Die Deutschen Hallenmeisterschaften am 27./28. Februar, ebenfalls in Karlsruhe, haben beide LAV-Athleten fest im Visier.

Für Rapp geht dieses Jahr das Studium vor

Genauso wie Peter Rapp. Der Weitspringer will nach der knapp gescheiterten Jagd nach der WM-Norm im vergangenen Jahr sportlich etwas kürzer treten und sein BWL-Studium vorantreiben. Wegen einer Kapselverletzung im Fußgelenk hatte der Achtmeter-Springer die Saison 2009 frühzeitig beenden müssen, heute noch verspürt der 26-Jährige Schmerzen. Erst vor zehn Tagen ist er daher richtig ins Training eingestiegen.

„Trotzdem bin ich überraschend gut drauf“, sagt Rapp. Für den Tübinger ist die Hallen-DM in Karlsruhe der erste Wettkampf der Saison. „Die deutsche Meisterschaft sollte man einfach mitnehmen“, sagt Rapp, „wie’s dann weitergeht, wird man sehen.“ Mit Blick auf die EM in Barcelona will sich der Student diesmal nicht unnötig unter Druck setzen. „Ich brauche jetzt einmal eine Saison, in der ich mir mehr Ruhe gönne, um dann wieder richtig angreifen zu können. In Zweifelsfällen soll in diesem Jahr das Studium vorgehen.“

28.01.2010 - 08:30 Uhr
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