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Leichtathletik als Leidenschaft

Für Gertrud Dieter ist Ehrenamt selbstverständlich

Ihr Einsatz für die Leichtathletik beim SV 03 Tübingen kennt kaum Grenzen. „Ich bin öfters zu Wettkämpfen mitgegangen, wenn einfach jemand gebraucht wurde, obwohl ich gar nicht musste“, sagt Gertrud Dieter. Daran ändert sich auch jetzt nichts, obwohl sie die Abteilungsleitung nach 20 Jahren abgegeben hat.

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Diana Nägele
Wer sie sucht, findet sie meistens hier: Gertrud Dieter verbringt fast jede freie Minute im ... Wer sie sucht, findet sie meistens hier: Gertrud Dieter verbringt fast jede freie Minute im SV03-Stadion. Bild: Metz

Tübingen. Seit 1967 gehört sie zum Tübinger Sportverein SV 03 – und auch künftig wird sie noch oft auf dem Sportplatz am Tübinger Freibad anzutreffen sein, „auch jetzt im Rentenalter“, sagt die 69-Jährige lachend. Der Sport hat im Leben von Gertrud Dieter immer eine besondere Rolle gespielt. Früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Leichtathletik. Im Fünfkampf etwa hat sie mit ihrem Team Siege und württembergische Meistertitel geholt.

Als sie selber noch aktiv war in der Leichtathletik, trainierte sie gleichzeitig als junge Erwachsene den SV 03-Nachwuchs. „Mir macht es Spaß, mit Kindern zu arbeiten. Ich möchte das, was ich von meinen Trainern gelernt habe, weiter geben“, sagt die 70-Jährige.

Und sie erinnert sich an besondere Einsätze beim Kampf um gute Zeiten, Weiten und Höhen: „1991 waren wir beim Wettkampf in Ludwigsburg als plötzlich ein Unwetter einsetzte.“ Die ehrgeizigen Sportler hätten ihre Disziplinen durchgezogen, bis ihnen das Wasser fast bis zum Hals stand. „Wir Trainer hatten natürlich keine Wechselkleidung dabei und sind danach pitschnass ins Auto eingestiegen“, erzählt Dieter, die früher bei der Firma Egeria in der Buchhaltung gearbeitet hat.

Als Trainerin ist sie oft mit dem talentierten Nachwuchs ins Leistungszentrum nach Stuttgart gefahren. Solch ein Engagement vermissen heutzutage viele Vereine, für Dieter war das immer eine Selbstverständlichkeit.

Zu ihren prominentesten Schülerinnen zählte eine, der heute viele zutrauen, dass sie demnächst der große Star bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland werden kann: Kim Kulig. Was viele heute nicht mehr wissen: Die Fußballnationalspielerin hat im Alter von etwa sieben bis zehn Jahren auch Leichtathletik betrieben. „Die Kim war damals ein vielseitiges Sporttalent“, sagt Dieter mit leuchtenden Augen.

Schon damals erkannte die Trainerin bei Kulig deren großen sportlichen Ehrgeiz: „Nach dem Training spielten die Kinder häufig eine Runde Fußball, Kim war natürlich immer mittendrin“, erinnert sich die 70-Jährige. „Jungs hatten keine Chance gegen sie – schon gar nicht beim Fußball. Sie hatte schon damals eine beeindruckende Ballbeherrschung.“

Mittlerweile ist Dieter zwar nicht mehr als Trainerin im Einsatz, trotzdem verbringt sie fast jede freie Minute auf dem SV 03-Gelände. „Es muss ja jemand da sein, der nach dem Rechten sieht und beispielsweise meldet, wenn etwas kaputt ist.“ Nach 20 Jahren hat Dieter nun ihr Amt als Leichtathletik-Abteilungsleiterin abgegeben. „Man muss auch die Jüngeren ran lassen“, sagt sie und lacht. „Ich bin froh, dass ich gleich einen Nachfolger gefunden habe“, ergänzt sie. Seit Mai leitet Manuel Heinrich die Abteilung.

Langweilig wird es Dieter jetzt aber ganz sicher nicht. „Neben meiner Tätigkeit als Platzwartin nehme ich weiterhin die Sportabzeichen ab“, sagt Dieter. Ab und zu seien auch junge Leute dabei, deren Leistungen einfach nicht fürs Abzeichen reichen“, erklärt sie, „vor allem das Kugelstoßen bereite manchem Probleme. Das ist dann schon hart, wenn man das den ehrgeizigen Sportlern sagen muss.“ „Mir macht es Spaß, noch viel für die Leichtathletik unterwegs zu sein – und solange es noch geht, mache ich es auch gern“, sagt Gertrud Dieter.

18.06.2011 - 08:30 Uhr

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