DLV korrigiert sich und nominiert den Tübinger nach
Filmon Ghirmai, Aushängeschild des LAV Tübingen, darf nun doch bei der Cross-Europameisterschaft im slowenischen Velenje starten. Nach Intervention des LAV-Vorstandes und des WLV (Württembergischer Leichtathletik-Verband) hat der DLV den 32-Jährigen nachnominiert.
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bernhard schmidt
Erst nicht, jetzt doch: Filmon Ghirmai (LAV Tübingen) wurde vom DLV für die Cross-Europameisterschaft in gut einer Woche nominiert. Archivbild: Ulmer
Tübingen. Ghirmai ist natürlichglücklich über die nachträgliche EM-Nominierung und sieht sich bestätigt. Beim Cross-Cup in Darmstadt vor knapp zwei Wochen hatte der Tübinger hinter dem Kenianer Philipp Rutto den zweiten Platz belegt und dabei einige bereits nominierte deutsche Läufer klar distanziert. Der internationale Cross-Lauf im niederländischen Tilburg am vergangenen Wochenende, wo sich die anderen deutschen Läufer für die EM qualifizierten, wäre für den gerade aus dem Höhentraining in Eritrea zurückgekehrten Ghirmai ein Rennen zu viel gewesen.
In der Bewertung des Laufes in Darmstadt, in der Frage ob formal Gesamtsieger oder „nur“ bester Deutscher, war es zwischen dem Athleten und dem Verband zu Missverständnissen gekommen. „Am Ende haben wir uns dann aber sportlich entschieden“, sagt Anton Kirschbaum, beim DLV Leitender Trainer für den Bereich Laufen.
Ghirmai habe sich in Darmstadt stark präsentiert und damit bestätigt, dass er zu den heißen Kandidaten für London 2012 gehöre. „Wir schätzen Ghirmai sehr“, so Kirschbaum weiter, „er ist eine sehr integre Person und repräsentiert den Verband immer sehr gut.“ Ghirmai selbst ist es wichtig, dass er keinem Konkurrenten einen Platz wegnimmt. Die DLV-Gruppe wird einfach von fünf auf sechs Läufer erweitert. „Ich bin froh, dass man mit dem DLV reden kann und die in Zweifelsfällen auch ihre Meinung ändern“, sagt der mehrfache Deutsche Meister über 3000 Meter Hindernis und über 10 000 Meter.
Zum Meinungsumschwung beim DLV hat möglicherweise auch die Intervention der LAV und des Württembergischen Leichtathletikverbandes (WLV) beigetragen. Der LAV-Vorsitzende Eugen Höschele hatte via E-Mail für die Nominierung seines prominenten Vereinsmitglieds geworben. „Ich habe höflich, aber bestimmt darum gebeten, dass der Verband seine Entscheidung noch einmal überdenken möge“, sagt Höschele. Im gleichen Sinne hatten Jürgen Scholz, Präsident des WLV, und Sven Rees, WLV-Direktor Leistungssport, beim Dachverband für Ghirmai Partei ergriffen.
Die Cross-Europameisterschaft am 11. Dezember in Verenje nutzt Ghirmai nun als Baustein im Formaufbau für die Spiele in London im Sommer 2012. Es wird Ghirmais erster Einsatz bei einer Cross-EM sein. Insofern hat der Tübinger, sonst kein Spezialist fürs unwegsame Gelände, keine allzu großen Erwartungen: „Ein Platz im Mittelfeld könnte es schon werden.“