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Eine Weltklasse-WG in Tübingen

Basislager für afrikanische Läufer-Asse

David Rudisha aus Kenia, der neue Weltrekordler über die 800-Meter-Distanz, lebt und trainiert während der Sommermonate in Tübingen.

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Artikelbild: Basislager für afrikanische Läufer-Asse Ihm gefällts in seiner Wahl-Heimat Tübingen: Weltrekordler Rudisha.

Tübingen Was für eine Top-Zeit: 1:41,09 Minuten hieß es am Sonntag beim Leichtathletik-Meeting in Berlin (wir berichteten), als David Rudisha nach 800 m im Ziel war. Schneller war bislang kein Mensch. Der Kenianer Rudisha hat starke Verbindungen ins Schwabenland: In der Tübinger Mallestraße lebt der 21-jährige Shooting-Star - und das nicht alleine: Mit bis zu sieben weiteren Top-Athleten aus Kenia teilt er sich in Tübingen-Derendingen ein Haus über drei Stockwerke hinweg. Das Domizil dient den afrikanischen Läufer-Assen als Basislager und Drehscheibe für ihre sommerlichen Einsätze bei den Meetings in Europa.

James Templeton, der australische Manager der erfolgreichen Boygroup, hat das Haus vor viereinhalb Jahren gekauft, schon vor zwölf Jahren hatten die ersten Kenianer in Tübingen Quartier bezogen.

Zu den ersten und bekanntesten Wahl-Tübingern zählt Bernard Lagat, der mittlerweile für die USA startende Doppel-Weltmeister von Osaka. Der 35-Jährige hat sich inzwischen, weil es ihm in der Unistadt so gut gefällt, mit Frau und Kind in Tübingen-Lustnau niedergelassen.

Boaz Lalang, der seinen Landsmann Rudisha am Sonntag in Berlin als sogenannter "Hase" zum Weltrekord zog und am Ende selbst in immer noch starken 1:44,34 Minuten als Zweiter durchs Ziel lief, fühlt sich in Tübingen mittlerweile wie zu Hause. "Die Leute hier sind sehr freundlich", sagt Lalang, ebenfalls 21 Jahre alt. Während der Fußball-WM hat er sich das Nationaltrikot übergestreift und keines der deutschen Spiele ausgelassen.

An ihrem Sommer-Exil schätzen die Kenianer nicht nur die Nähe zum Stuttgarter Flughafen, sondern auch die optimalen Trainingsbedingungen. Rudisha kann im neuen SV 03-Stadion oder am Sportinstitut der Uni jederzeit auf die Bahn, außerdem schätzt er "die Wege durch die herrlichen Wälder der Umgebung".

Die Kenianer haben in Tübingen einige Freunde gefunden, neben der Familie von Olympiasieger Dieter Baumann vor allem Frieder Wenk, Cheforganisator des Tübinger Stadtlaufs. Der Arzt steht den Läufern nicht nur in medizinischen Fragen zur Seite.

bs

24.08.2010 - 08:30 Uhr
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