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Gedenken an Heinz Rebmann

TAGBLATT-Hallenfußballturnier im Sinne des Erfinders

Bei der 29. Auflage des TAGBLATT-Turniers am Wochenende bleibt sein Platz leer in der Mössinger Steinlachhalle: Im August, wenige Wochen nach seinem 80. Geburtstag, ist Turnier-Erfinder Heinz Rebmann gestorben. Der Ball rollt dennoch weiter – ganz in seinem Sinne.

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Hansjörg Lösel
Artikelbild: TAGBLATT-Hallenfußballturnier im Sinne des Erfinders

Mössingen. „Also dann, bis zum nächsten Mal!“ Wie oft sagt man diesen Satz daher, denkt sich nicht viel dabei – erst, wenn es kein nächstes Mal gibt, hält man inne. Vor einem Jahr schaute Heinz Rebmann wie bei allen 28 Turnier-Auflagen natürlich vorbei in der Mössinger Steinlachhalle. Und der frühere TAGBLATT-Sportchef (Kürzel: „hr“) wirkte dabei munter wie eh und je, so dass sich alle schon aufs Wiedersehen im Frühjahr 2012 freuten. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist Rebmann jedoch im August verstorben, kurz zuvor hatte er noch seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Artikelbild: TAGBLATT-Hallenfußballturnier im Sinne des Erfinders

Wir werden uns bemühen, das Turnier ganz im Sinne von Heinz Rebmann weiter zu führen. Neben der fetten Schlagzeile für den Sieger hatte „hr“ immer auch mindestens eine Spalte übrig für die Hintergrund-Geschichten. Gerade auf die Fairness legte Rebmann besonderen Wert, pflegte zu den Schiedsrichtern stets besonders gute Beziehungen. Was ihm die Top-Referes dankten: Knut Kircher, Volker Wezel pfiffen regelmäßig beim Turnier, die Finalspiele am Sonntag wird unter anderem Nachwuchsmann Dominik Schaal vom SV Pfrondorf (Assistent in der 2. Bundesliga) leiten.

Artikelbild: TAGBLATT-Hallenfußballturnier im Sinne des Erfinders

Rebmanns Idee, mit der anfangs lediglich die nachrichtenarme Zeit nach Weihnachten verkürzt werden sollte, überdauerte die Jahrzehnte: Bei der ersten Turnier-Auflage 1984 wurde noch auf Handball-Tore gekickt, eine Rundumbande kannte man nicht mal vom Hörensagen. Nach einem kurzen Abstecher ins Tübinger Sportinstitut kehrte das Turnier 1987 wieder zurück in die Mössinger Steinlachhalle und zur Sportvereinigung Mössingen, seitdem unser bewährter Kooperationspartner.

Was die Mössinger am Wochenende leisten, ist enorm: Vom Wurstwecken bis zur Rundumbande will alles organisiert sein. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer von der Sportvereinigung sorgen für einen reibungsvollen Ablauf – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön, auch an Hallen-Hausmeister Hubert Haubensak, der bei allem Stress nie genervt ist.

Improvisieren mussten wir in diesem Jahr, bis das Teilnehmerfeld fest gebucht war. Der Andrang war wieder so groß, dass wir das Starterfeld von 36 auf 37 Teams vergrößert haben. Als erste Mannschaft zugesagt hatte Croatia Reutlingen – der Bezirksligist meldete sich allerdings wegen Spielermangels genauso ab wie in der vergangenen Woche der SSC Tübingen II. Spontan sprangen zwei Teams ein: statt Croatia spielt nun der TSV Öschingen, statt B-Ligist SSC II kickt A-Ligist SV Seebronn – beide Mannschaften sind sicherlich alles andere als Nachrücker.

Wer aber ist nun Favorit auf den Titel 2012? Wenn es nach der Freiluft-Hierarchie geht, ist die Antwort klar: Der SV Nehren ist als Verbandsligist das ranghöchste Team. Das hat unterm Hallendach aber nicht viel zu sagen – der SVN schaffte es nach dem Titelgewinn 2009 zwar auch in den vergangenen beiden Jahren jeweils bis ins Endspiel, war im Finale allerdings beide Mal unterlegen. Dennoch zählt Nehren logischerweise auch in diesem Jahr wieder zum Favoritenkreis, wie auch Gastgeber Spvgg Mössingen.

Die Sportvereinigung kommt mit dem Selbstbewusstsein eines Bezirksliga-Spitzenreiters und hat diesen Winter schon Hallen-Tauglichkeit bewiesen: Beim Balinger Masters überraschten die Mössinger auch höherklasige Teams, landeten am Ende auf dem vierten Platz. Es wird mal wieder Zeit für einen Sieg des Gastgebers: Mössingen siegte zuletzt 2004 – dieses Jahr würde besonders gut passen, zumal sich der neue Oberbürgermeister Michael Bulander erstmals für die Siegerehrung am Sonntag angekündigt hat.

Zu den „üblichen Verdächtigen“ bei der Frage nach dem Favoriten zählt das Landesliga-Trio Ofterdingen, TSG Tübingen und FC Rottenburg – der neue FCR-Trainer Erol Türkoglu weiß, wie man das TAGBLATT-Turnier gewinnt: Türkoglu triumphierte 2009 mit der TuS Metzingen. Zu beachten ist sicher auch der SV 03 Tübingen, der Selbstvertrauen getankt hat durch den Sieg beim Stadtpokal. Immerhin schon sechs Mal triumphierte der Nulldrei bei unserem Turnier, mit einem weiteren Erfolg könnte der SV 03 wieder zum TB Kirchentellinsfurt aufschließen.

Gar nicht so geheimer Geheimfavorit schließlich: B-Ligist Azzurri Mössingen. Die Überraschungsmannschaft des Vorjahres, als auf Anhieb Platz drei herauskam, hat vorige Woche mit dem Sieg beim Hallen-Turnier des TV Belsen in der Steinlachhalle bereits den ersten Form-Nachweis erbracht. Die Azzurri treffen allerdings bereits in der Vorrunde auf Landesligist Metzingen und Bezirksligist SSC Tübingen – das wird nicht einfach. Immer auf der Rechnung haben sollte man auch den Titelverteidiger: Der TB Kirchentellinsfurt zeigte im Vorjahr, dass auch ein Bezirksligist die Großen unterm Hallen-Dach mächtig ärgern kann – eben diese Überraschungen machen den Reiz aus.

Natürlich gibt es am Wochenende mehr zu gewinnen als Prestige. Auf den Sieger warten wie gehabt 500 Euro, der Vize bekommt 250 Euro – und für Platz drei und vier gibt es 150 respektive 100 Euro in die Mannschaftskasse. Die Eintrittspreise bleiben sowieso stabil: Auch die 29. Turnier-Auflage ist kostenlos. Ganz im Sinne des Erfinders.

TBK darf den Pott behalten
Dieses war der siebte Streich: Mit dem Final-Sieg im Vorjahr über den SV Nehren kürte sich der TB Kirchentellinsfurt zum alleinigen Rekord-Sieger bei unserem Klassiker. Der TBK darf den Pott damit behalten – in diesem Jahr geht es um neue Wanderpokale.

Torjäger vom Dienst: Pedro Keppler vom SV Nehren ist der Hallen-Spezialist – mit elf Treffern sicherte sich der 23-Jährige im Vorjahr schon zum zweiten Mal hintereinander die Torjäger-Krone. Unerreicht bleibt indes auch für Keppler (noch) die Bestmarke, die 2006 ein anderer Ex-Nehrener aufgestellt hat: Alexander Neagos machte damals für den TB Kirchentellinsfurt 17 Turnier-Treffer – mehr als so manche Mannschaft. Auch in diesem Jahr belohnen wir den treffsichersten Kicker mit einem 50-Euro-Geschenkgutschein fürs TAGBLATT-Eck.

Torgarantie: Das Schöne am Hallenfußball: Nullnummern sind nahezu ausgeschlossen. 403 Treffer zählten die Statistiker im vergangenen Jahr, damit steht der Tormeter bei genau 10 815 Treffern seit 1984. Die meisten Tore (533) fielen übrigens beim Turnier 1999.

Vernetzt: Wer es am Wochenende nicht selbst in die Steinlachhalle schafft, kann sich im Internet auf dem Laufenden halten. Auf unserer Homepage www.tagblatt.de finden Sie alle Ergebnisse, außerdem drehen wir ein Video vom Finaltag.


13.01.2012 - 08:30 Uhr

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