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Eisenlohr folgt auf Moeck

SSV Reutlingen hat den 72-Jährigen zum neuen Präsidenten gewählt

Wechsel an der Spitze des SSV Reutlingen: Der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende Fritjof Eisenlohr ist gestern bei der Mitgliederversammlung zum neuen Präsidenten des SSV gewählt worden.

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Thomas de marco

Reutlingen. Der 72-jährige Eisenlohr ist seit 62 Jahren Mitglied des SSV und war früher ein erstklassiger Tennisspieler, der sogar zu den zehn besten deutschen Cracks gehörte. Im Präsidium bestätigt wurden Stefan Hack (Sportlicher Leiter) und Hans-Jürgen Ewert (Verwaltung). Neu in das Gremium gewählt wurden Jennifer Euler (Finanzen), die Geschäftsführerin von SSV-Sponsor „Regenerative Energiesysteme“, sowie Teamarzt Gunnar Teucher (Jugend). „Sponsoren und Vertreter der Stadt haben mich gebeten, die Verantwortung zu übernehmen“, sagte Eisenlohr, der nun auf eine Aufbruchstimmung hofft. Eine Konsolidierung des SSV sei schwierig, aber möglich.

Eisenlohr wurde um 22.51 Uhr mit 101 der 189 Stimmen gewählt.

Wolfgang Moeck, der seit 2002 an der Spitze des SSV stand, erklärte gleich zu Beginn, dass er aus beruflichen und zeitlichen Gründen nicht mehr als Präsident zur Verfügung stehe. Er wünschte dem SSV den Aufstieg in die Dritte Liga: „Da gehört der SSV mindestens hin! Die Regionalliga ist ein totes Grab“, sagte Moeck.

In dieser Liga machte der SSV in der Saison 2008/09, in der die Qualifikation für die Dritte Liga verpasst wurde, ein Minus von 275 000 Euro. Dadurch erhöhte sich der Gesamtschuldenstand des Vereins auf 4,066 Millionen Euro. Für die laufende Saison droht erneut ein Minus von 112 000 Euro, bedingt vor allem durch die Wirtschaftskrise, erklärte Eisenlohr. Von zugesagten Sponsorengeldern in Höhe von etwa 400 000 Euro seien nur rund 300 000 Euro eingegangen. „Aber wir sind auf einem guten Weg, neue Sponsoren zu finden, um den Etat auszugleichen“, sagte das scheidende Präsidiumsmitglied Walter Braun und verwies auf geplante Werbeflächen an den Flutlichtmasten.

Sehr problematisch für den Verein: An fälligen Verbindlichkeiten weist die Bilanz 614 000 Euro aus. „Das tut weh“, sagte der vor kurzem zurückgetretene Geschäftsführer Klaus Weiss. Für diese große Belastung muss der Verein Stundungen erreichen oder die Verbindlichkeiten begleichen.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen drei Jahre sei der Verwaltungsrat denn auch nicht zufrieden, sagte Eisenlohr. Jedes Mal sei im Etat ein positives Ergebnis vorhergesagt worden - und jedes Mal habe es wieder Verluste aus dem Spielbetrieb gegeben. „Aber da sind uns die Hände gebunden, weil wir nicht in das operative Geschäft einbezogen sind“, betonte Eisenlohr und verwies etwa auf die Entlassung von Trainer Peter Starzmann. Der Verwaltungsrat habe allerdings kein Verständnis dafür, dass dessen Vertrag kurz zuvor noch um ein Jahr verlängert worden war, sagte er.

Dem Verwaltungsrat blies gestern deutlich mehr Gegenwind entgegen als sonst. Das bisherige Präsidium wurde nur mit 62 Ja-Stimmen bei 52 Mal nein und zehn Enthaltungen entlastet. Als Gegenkandidat für das Präsidentenamt blitzte Werner Aichele, der vor Jahren bereits als Verwaltungsrat gescheitert war, mit zwei Stimmen ab.

Zu den gestern aufgekommenen Vermutungen, dass auch das Regionalliga-Spiel des SSV Reutlingen gegen SSV Ulm am 14. August (3:1) im Zuge des Wettskandals manipuliert worden sei, konnte vom SSV Reutlingen niemand Stellung beziehen.

01.12.2009 - 08:00 Uhr | geändert: 01.12.2009 - 08:28 Uhr

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