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Schon reif für Auswahl

Matea Grgic kickt für Lustnau und kroatische U 17

Beim TSV Lustnau ist einiges in Bewegung: Der Veranstalter des Tübinger Stadtpokals erntet die Früchte einer guten Jugendarbeit. Dazu gehört die 15-jährige Matea Grgic, die auch für das kroatische U 17-Nationalteam Tore schießt.

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Gianna Mader
Matea Grgic zählt bei den B-Juniorinnen des TSV Lustnau zu den Leistungsträgerinnen: zuständig ... Matea Grgic zählt bei den B-Juniorinnen des TSV Lustnau zu den Leistungsträgerinnen: zuständig für die Standards, für die tödlichen Pässe und für die Tore. Von ihrer ausgefeilten Technik profitiert auch die kroatische U17-Auswahl.Archivbild: Ulmer

Lustnau. Matea Grgic blickt mit ihren gerade mal 15 Lenzen schon auf eine achtjährige Fußballkarriere zurück – ein Wertegang fast wie im Zeitraffer mit dem Höhepunkt im vergangenen Jahr: Da war sie bei einem Sichtungstraining entdeckt worden und spielt seitdem für die kroatische U 17-Frauennationalmannschaft.

Dabei war Matea ursprünglich zu einem Sichtungslehrgang für die deutsche Auswahl eingeladen gewesen. Das Training lief vielversprechend. Allerdings besitzt die Dußlingerin nur die kroatische Staatsangehörigkeit. Und bei der schwerfälligen deutschen Bürokratie und einer schwierigen Rechtslage wären Jahre ins Land, bis sie einen deutschen Pass bekommen hätte. Zeit, die ihr für internationale Auftritte im Nationalteam verloren gegangen wäre. So war die Mittelfeldspielerin natürlich hoch erfreut, als sie auch zum Sichtungstraining für die kroatische Nationalmannschaft eingeladen wurde.

Seit Pfingsten hat sie bereits zweimal mit dem kroatischen Team trainiert, darunter einmal in einem siebentägigen Trainingslager in Kroatien. Im Oktober erlebte Grgic dann den Höhepunkt ihrer bisherigen Fußballerlaufbahn: Sie lief bei der EM-Qualifikation im Schachbrett-Trikot der kroatischen Nationalmannschaft auf.

Matea Grgic spielte gut in den drei Qualifikationsspielen, gab unter anderem die Freistoßvorlage zum 2:2 gegen Bulgarien. Obwohl die Kroatinnen ihre beiden anderen Gruppenspiele gegen Schweden und Ungarn mit 0:6, beziehungsweise 0:4 verloren, war Grgic fest entschlossen, weiter fürs kroatische Nationalteam zu spielen und nicht doch noch zu der erfolgreicheren deutschen Auswahl zu wechseln, Ein Wechsel wäre theoretisch noch bis zum ersten Länderspiel in der A-Nationalmannschaft möglich gewesen.

Die Mutter der Jungnationalspielerin erinnert sich an die Anfänge. Entdeckt wurde das damals gerade sieben Jahre alte Talent von Wolfgang Schneck, Sportlehrer an der Tübinger Aischbachschule und Leiter der Fußballschule „Torschuss“. Zusammen mit den Jungs des TSV Lustnau hat Matea Grgic das Kicken angefangen, dann die ersten kompletten Spielrunden absolviert. Mittlerweile spielt sie für die B-Juniorinnen des TSV Lustnau in der Verbandsstaffel, der höchsten Klasse auf Verbandsebene.

Allerdings nicht mehr lange: Das große Talent ist noch in diesem Jahr den B-Juniorinnen entwachsen und wird einen neuen Verein suchen müssen. Denn der TSV Lustnau hat kein Aktiven-Team. Obwohl die 15-jährige Schülerin schon Angebote aus Eutingen, Sindelfingen und Nürtingen bekommen hat, will sie sich noch nicht festlegen.

Zunächst einmal ist nämlich der Realschulabschluss das Wichtigste. Was die Nachwuchskickerin danach machen wird, weiß sie noch nicht. Momentan ist sie auf jeden Fall glücklich beim TSV Lustnau, hat mit ihren Toren gehörig Anteil am sechsten Tabellenplatz ihres Teams. Doch auch von ihren guten Pässen und ihren Dribblings profitieren die TSV-Teamkolleginnen.

Matea Grgic räumt bei allen spielerischen Stärken aber auch Defizite ein: „Die Kondition ist meine große Schwäche, viel rennen liegt mir nicht.“ Doch um diese Probleme weiß auch Grgics Trainer Reinhold Kramer, der große Förderer der 15-Jährigen. Läuft alles nach Plan, dann wird sich Matea Grgic eines Tages tatsächlich ihren größten Wunsch erfüllen können und in der Bundesliga spielen – vielleicht zusammen mit ihrem großen Vorbild Nationalspielerin Lira Bajramaj.

05.01.2012 - 08:30 Uhr

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