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SV Nehren gegen Böblingen

89. Minute: Elfmeter zum 3:2 - Video vom Spiel

Im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga hat der SV Nehren gestern 350 Zuschauern auf eine Achterbahn der Gefühle mitgenommen. Die 2:0-Pausenführung war schnell verspielt, doch eine Minute vor dem Ende gelang das 3:2-Siegtor gegen Böblingen. Ein Video von beiden Halbzeiten, allen Toren und den Trainerstimmen finden Sie hier.

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HANSJörg lösel

Nehren. Idealer Auftakt in den September, der für den SV Nehren als „Monat der Wahrheit“ gilt: Mit einem gemeinsamen „Humba“ im Mittelkreis feierte der SVN das 3:2 (2:0) über die SV Böblingen, gegen den es in den vergangenen Jahren regelmäßig Pleiten setzte. Damit fährt Nehren als Spitzenreiter zum Verbandsliga-Absteiger VfL Sindelfingen, es folgt der Heimauftritt gegen die wieder erstarkte SG Empfingen. „Der Sieg heute müsste Selbstvertrauen geben“, sagte SVN-Trainer Dietmar Schneider.

Nehren begann furios, setzte Böblingen im Mittelfeld mit einem Pressing unter Druck und wurde mit dem frühen 1:0 durch die einzige Spitze Rene Grober belohnt. Böblingen fand kaum ins Spiel, folgerichtig das 2:0 durch Jakob Brauns Kopfball (37.) nach einem Freistoß von Kurt Kremm. Beinahe wäre Kai Ammann (39.) gar noch das 3:0 gelungen – die erste Hälfte hatte der SVN dominiert.

Nach der Pause allerdings umgehend der Schock: Die Innenverteidiger Robert Keller (19) und Kurt Kremm (45) waren sich uneins, Tufan Balmuk bedankte sich mit dem Anschlusstor 30 Sekunden nach Wiederanpfiff. „Irgendwo logisch, dass so etwas Wirkung zeigt“, sagte Schneider. Seine Mannschaft ließ sich plötzlich weit in die eigene Hälfte drängen, stand unter Dauerdruck. Beinahe folgerichtig der 2:2-Ausgleich durch den eben erst eingewechselten Carmino Pecione. Der Böblinger köpfte (63.) eine weite Freistoß-Flanke aus dem Halbfeld ein, als die Nehrener Defensiv-Abteilung gegen die tief stehende Sonne arge Probleme hatte.

Fortan nahm der SVN aber wieder das Heft in die Hand. „Bis auf die 20 Minuten nach der Pause waren wir heute die bessere Mannschaft“, sagte Schneider, „auch das Trio, das eingewechselt wurde, hat noch mal richtig Druck gemacht“. Benjamin Birk rückte für den angeschlagenen Kremm in die Innenverteidigung, Armando Munoz sorgte mit seinen Tempo-Dribblings für Wirbel – und Pedro Keppler bereitete den späten Siegtreffer vor.

In der 89. Minute behauptete sich der wuchtige Stürmer gegen Böblingens Spielertrainer Mario Estasi, konnte an der Strafraumgrenze nur mit einem Foulspiel gestoppt werden. Den Freistoß führte Keppler selbst aus, die Böblinger Mauer wehrte ab – Schiedsrichter Hubert Wetzel entschied allerdings auf Handelfmeter. „Ich kann nichts machen, hatte die Hand am Körper“, beteuerte Übeltäter Norbert Pildner. Nehrens Jakob Braun ließ sich von den Diskussionen nicht beirren, verwandelte zum 3:2 – eine Minute Zittern noch, dann durfte der SVN jubeln.

SV Nehren: Schneck, Motzer, Keller, Kremm (74. Birk), Laux, Frank, Braun, Amann, Weigl (68. Munoz), Raab (77. Keppler), Grober.

07.09.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 18.07.2011 - 11:49 Uhr

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