Nach einer Aufholjagd sahen die Walter Tigers im Basketball-Bundesligaspiel gegen die Phantoms aus Braunschweig am Samstagabend kurz vor Schluss wie der Sieger aus. Doch die Tübinger verloren vor 2.500 Zuschauern in der heimischen Paul-Horn-Halle nach Verlängerung mit 104:112 (17:29; 25:18; 26:15; 22:28; 14:22).
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Manfred Hantke
Anfang schlecht, Ende schlecht, dazwischen starke Tübinger Basketballer. Die Walter Tigers wirkten im 1. Viertel gegen die Braunschweiger fahrig, unkonzentriert und machten zu wenig Druck gegen einen sicher aufspielenden Gegner. So ging das erste Viertel glatt mit 17:29 an die Gäste aus Niedersachsen.
Vielleicht hatten die Tübinger ja das Schild gesehen, das Maskottchen Walter den Zuschauern zeigte: "Kämpfen - und siegen" stand darauf. Die Tigers jedenfalls taten mehr, ließen den Braunschweigern nicht mehr so viel Raum und agierten druckvoller. Mit 25:18 und mit einem Pausenstand von 42:47 war wieder alles drin in der Partie. Galt es doch, unbedingt zu gewinnen, wollten die Tübinger noch den Hauch einer Chance auf einen Playoff-Platz wahren.
Einen flotten Beginn sahen die Zuschauer nach der Pause auf beiden Seiten. Die Tigers knüpften am guten Ende des zweiten Viertels an. So war es Michael Jenkins vorbehalten, nach 25 Spielminuten zum 54:54 auszugleichen. Jetzt muss es noch besser werden, dachten die Zuschauer. Und tatsächlich: Nach 26 Spielminuten gingen die Tübinger zum ersten Mal durch Dane Watts mit 59:58 in Führung. Während Braunschweig Schwächen unterm Korb zeigte, demonstrierten die Tigers ein ums andere Mal sehenswerte Spielzüge. Am Ende des dritten Viertels führten sie mit 68:62.
Jay Thomas gratuliert dem Braunschweiger Coach Sebastian Sachowski zum Sieg.Metz
Im letzten Viertel waren die Tübinger den Phantoms stets fünf bis elf Punkte voraus, als den Gästen beim Stand von 86:76 zwei Dreier nacheinander glückten. Pech auch für Tübingen, dass Aleksandar Nadjfeji seit Minuten nicht mehr mitspielte. Er humpelte kurz nach Beginn des letzten Viertels vom Spielfeld und kam erst wieder eine Minute vor Schluss beim Stand von 88:85 für die Gastgeber.
Ein Dreier brachte den Gästen 50 Sekunden vor Spielende den 88:88-Ausgleich. Aleksandar Nadjfeji traf den Korb nicht, dafür trafen aber im Gegenzug wieder die Braunschweiger. So lagen die Tigers sieben Sekunden vor Schluss mit 88:90 zurück. Branislav Ratkovica brachte die Tübinger mit seinen zwei versenkten Freiwürfen noch einmal ins Spiel zurück - und damit in die Verlängerung.
Heiko Schaffartzik und Brandon Thomas (beide 21 Punkte) gegen die Tiger Dane Watts und Romeo Travis.Metz
Da war jedoch für die Tübinger nicht mehr viel zu holen. Die Luft schien raus, trotz aller Anstrengung mussten sie den Braunschweigern abermals den Vortritt lassen und verloren mit 104:112. Sie fletschten im Spiel nur mit den Zähnen, zeigten aber keine Krallen. Zu wenig. Nun stehen sie in der Tabelle auf dem zwölften Platz. Beste Werfer auf Tübinger Seite waren Michael Jenkins mit 19, Aleksandar Nadjfeji und Branislav Ratkovica mit je 17 sowie Dane Watts und Romeo Travis mit je 15 Punkten.
Eine ausführliche Berichterstattung gibt's am Montag im TAGBLATT.