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Zuschauer – umworben und gut unterhalten

Basketball: Neues Marketing-Konzept der Walter Tigers soll die Horn-Arena füllen helfen

Beim Derby gegen Ulm standen die Zuschauer in Viererreihen, auch der Vorverkauf fürs Samstagsspiel gegen die Brose Baskets Bamberg (20 Uhr) läuft wie geschmiert – nicht zuletzt auch die Folge neuer Marketing-Strategien.

Bernhard Schmidt
Zuhause sind die finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Tübinger Bundesliga-Basketballer ... Zuhause sind die finanziell nicht gerade auf Rosen gebetteten Tübinger Bundesliga-Basketballer dank massenhafter Unterstützung wieder eine Macht. Bild: Ulmer

Tübingen. Primär ist es natürlich der sportliche Erfolg der vergangenen Spieltage, der die Zuschauer wieder in Scharen zu den Auftritten der Walter Tigers in die Paul-Horn-Arena lockt. Wobei das Eine das Andere bedingt: Der Sieg über die Dragons wie der Derby-Triumph über den Erzrivalen aus Ulm war nur möglich, weil die Fans wie einst im Aufstiegsjahr eine dichte Atmosphäre schufen und das eigene Team zu Höchstleitungen trieb. Basketball-Heimspiele sind jedenfalls wieder ein Renner, auch fürs Heimspiel am Samstag gegen Bamberg muss sich sputen, wer noch eine Sitzplatzkarte haben will.

Die Zuschauer aus der Region werden heftig umworben: Am Ortseingang, aber auch an zentralen Stellen wirbt seit Wochen Vorzeige-Tiger Romeo Travis in Tübingen wie in Reutlingen für das Bundesliga-Spektakel im Dschungel. In Reutlingen, wo sich Travis auf beleuchteten Anzeigetafeln gleich 200 Mal in Pose wirft, kooperiert das Tigers-Management mit der Wall AG, die die City-Light-Säulen aufstellt und bestückt. „Ein Kompensationsgeschäft“, sagt Manager Robert Wintermantel, das den schmalen Tigers-Etat nicht belastet.

Neu ist seit Beginn dieser Saison auch der Internet-Auftritt der Walter Tigers, der offensichtlich Anklang findet. Seit Oktober des vergangenen Jahres, hat Wintermantel registriert, habe sich die Zahl der Homepage-Besucher verdoppelt. Man habe aber nicht nur das Erscheinungsbild geändert, sondern auch die Inhalte. Neben den Vorschauen und Spielberichten bringen seit Neuestem Kurz-Interviews den Besuchern die Tigers-Spieler näher. Ebenfalls neu und ganz im Trend: 270 Tigers-Fans haben sich mittlerweile im Facebook zusammengefunden. Demnächst werden außerdem Tigers-Spots über die Leinwand der hiesigen Kinos flimmern. „Wir müssen auf uns aufmerksam machen“, hat Wintermantel erkannt, „und wir müssen Präsenz zeigen, um neue Zuschauer gewinnen.“

Die Bamberger gelten vielen Underdogs der Liga als Vorbild. Der Meister von 2005 und 2007 hatte sich in wenigen Jahren von der grauen Maus zum Titelaspiranten entwickelt. Noch 1994 hat Wintermantel als Bundesliga-Profi in ein er kaum 2000 Zuschauer fassenden Halle gespielt, heute drängen sich in „Freak-City“ zu Heimspielen fast 7000 Zuschauern in die schmucke Jacko-Arena. Vorbildlich auch, dass der Club 700 000 Euro für die Nachwuchsarbeit ausgibt.

„So schnell kommen wir nicht dahin“ , muss Wintermantel einräumen, „wir können nicht aus dem Vollen schöpfen. Aber wir arbeiten daran, dass sich das ändert.“ Die Bamberger haben eine perfekte Infrastruktur und verfügen über einen drei bis vier Mal so hohen Etat wie die Tübinger. „Damit können wir natürlich nicht konkurrieren“, sagt Wintermantel, „aber mal sehen – auf dem Spielfeld können wir ja vielleicht mithalten.“

Wir müssen Präsenz zeigen, um neue Zuschauer zu gewinnen.

Tigers-Manager Robert Wintermantel

08.01.2010 - 21:30 Uhr | geändert: 08.01.2010 - 23:30 Uhr
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