District 9
In dem intelligenten Science-fiction-Thriller werden auf der Erde gestrandete Aliens in ein Lager eingepfercht.
USA 2009
Regie: Neill Blomkamp
Mit: Sharlto Copley, Jason Cope, Nathalie Boltt, Sylvaine Strike
112 Min.
- ab 16 Jahren
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TAGBLATT-Wertung
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Leser-Wertung
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Aliens sind entweder ganz lieb (E.T.) oder furchtbar böse („War Of The Worlds“). Die „Shrimps“ passen nicht in dieses Raster. Ihr krebsiges Äußeres und ihre merkwürdigen Gepflogenheiten (etwa der unstillbare Drang nach Katzenfutter) machen sie der Menschheit suspekt. Andererseits sind sie in ihren Empfindungen ziemlich human, im Großen und Ganzen friedfertig und meistens so unbeholfen, dass sie gern zum Objekt derber Scherze und krummer Geschäfte werden. Vor 20 Jahren kamen sie hilflos und ausgehungert in einem Riesenraumschiff auf die Erde (genauer: nach Johannesburg) und wurden der Einfachheit halber in einen Slum gepfercht.
Jetzt sind die Menschen ihrer vollends überdrüssig und wollen die zu Millionenstärke angewachsenen Asylsuchenden in einem abgeschotteten Lager entsorgen. Die Abwicklung der Deportation obliegt dem Lakaien eines privaten Sicherheitskonzerns (Sharlto Copley). Durch eine etwas holprige Wendung wird der Häscher jedoch selbst zum Gejagten – und sucht in seiner Verzweiflung Zuflucht bei den verhassten und verachteten Shrimps.
In der Tradition und im ruppigen Stil finsterer Endzeit-Movies der siebziger Jahre („Soylent Green“, „Die Klapperschlange“) verknüpft der junge südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp Sozialkritik mit einer packenden Thriller-Handlung. Zwar ist die Parabel über den Umgang mit dem Fremden und das schleichende Vordringen faschistoider Strukturen mitunter etwas grobschlächtig. Dafür sorgen das aus realen und negativ utopischen Versatzstücken komponierte Schauplatz-Design sowie die pseudo-dokumentarische Aufbereitung der Geschichte für erstaunliche Authentizität.
Dass manches Ausstattungs-Detail in dieser mit 30 Millionen Dollar vergleichsweise spottbilligen Produktion an die Bügeleisen-Ästhetik der alten „Raumpatrouille Orion“ erinnert, ist eher charmant als störend – und schafft willkommene Abwechslung vom digitalsterilen Hochglanz einschlägiger Hollywood-Action.