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Tübingen

Video, Umfrage und Bildergalerie: Hi, Mister President!

US-Präsident Barack Obama hat sich gestern am Rande des Nato-Gipfels mit 4000 jungen Leuten bei einem „Town Hall Meeting“ getroffen. Mit dabei: hundert Schüler und Studenten aus Tübingen und Reutlingen. Das Deutsch-Amerikanische-Institut machte es möglich.

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Angelika Bachmann
Straßburg. Da war er. Der Obama-Hype. Unmöglich, sich ihm zu entziehen. 4000 Augenpaare starren wie gebannt auf die Eingangsschneise: Jetzt muss er doch endlich kommen! Eine Dreiviertelstunde ist Barack Obama jetzt überfällig. Da – ist da jemand zu sehen? 4000 Leute springen binnen einer Sekunde von ihren Stühlen auf – nein, es war nur ein Mitarbeiter. Die Security-Leute grinsen sich eins. Dann endlich: Michelle Obama, hinter ihr Präsident Barack Obama. Beide betreten die Bühne. Die Menge jubelt, feiert das Präsidenten-Paar.

Zwischen seinem Treffen mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy um die Mittagszeit und dem Auftakt des Nato-Gipfels am späten Nachmittag hat sich Obama Zeit genommen für ein so genanntes „Town Hall Meeting“: 4000 Einladungen dafür waren im Vorfeld zu ergattern. Die Organisatoren waren gebeten, die Karten an möglichst junge Leute zu vergeben, berichtet Ute Bechdolf, Leiterin des Deutsch-Amerikanischen-Instituts in Tübingen. Über das Frankfurter US-Konsulat hatte das d.a.i. die Möglichkeit erhalten, hundert Tickets zu vergeben. So bekamen Schüler des Tübinger Wildermuth-Gymnasiums, der Hauptschule Innenstadt und der Theodor-Heuss-Schule in Reutlingen die Gelegenheit, den US-Präsidenten hautnah zu erleben.

Direkt im Innenraum des Stadions, keine zwanzig Meter vom Redner-Pult entfernt, hatten viele von ihnen einen Platz ergattert. Dabei war es nicht nur die räumliche Nähe, die die Jugendlichen faszinierte, sondern die direkte Ansprache, der appellative Charakter von Obamas Rede. „Man hat gesehen, dass er auch nur ein Mensch ist. Sonst war das für mich immer der mächtigste Mann der Welt. Ist er auch jetzt noch. Aber er war mir einfach sehr sympathisch“, sagte Vincent Lammert vom Wildermuth-Gymnasium nach der Veranstaltung.

Auch bei Abeer Al-Khafadji, Jura-Studentin in Tübingen und im amerikanisch-arabischen Dialog engagiert, hinterließ der US-Präsident bleibenden Eindruck: „Zwar stimme ich nicht mit allem überein, was er gesagt hat, aber ich glaube ihm mehr als vielen anderen Politikern.“

Obama appellierte in seiner Rede an die junge Generation, Verantwortung zu übernehmen, Lösungen für die Probleme und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu finden. Klimakatastrophe, Menschenrechtsverletzungen, Terror-Bedrohung – alles ist meisterbar und lösbar, sagte Obama, wenn die Staaten zusammenarbeiten. Anti-Amerikanismus, wie er ihm immer wieder in Europa begegne, sei da nicht hilfreich. „Die USA können die Probleme nicht alleine lösen. Aber Europa kann sie nicht ohne die USA lösen.“

Nach seiner Rede beantwortete Obama Fragen der jungen Zuhörer („Hi, Mister President…“) Mit leichter Hand, locker und eloquent spielte Obama auf dieser Bühne, schien die gelöste Atmosphäre und das junge Publikum zwischen G20-Gipfel und Nato-Treffen zu genießen. Hier wurde er nicht nur nach der Finanzkrise, sondern auch danach gefragt, wann endlich ein Hund ins Weiße Haus einziehe.

Alles nur perfekte Show? „Politik in der Gegenwart kommt nicht ohne mediale Inszenierung aus“, bilanzierte der Tübinger Amerikanistik-Dozent Horst Tonn. Doch dadurch könne auch eine besondere Art der Bindung hergestellt werden. Und damit hat die Show auch ihren guten Zweck.

Die d.a.i.-Leiterin Ute Bechdolf erlebte Barack Obama als „in der Realität angekommen und dennoch so faszinierend und hoffnungsvoll“. Unglaublich sei seine Fähigkeit, zu beobachten und direkt auf die Jugendlichen einzugehen. Dazu gehörte auch, sich nach gut einer Stunde nicht einfach winkend aus der Halle zu verabschieden, sondern noch einmal die Runde zu machen und Hände zu schütteln. Unter anderem von etlichen Schülern aus Tübingen und Reutlingen.
04.04.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 12.01.2010 - 17:49 Uhr

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