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Jung und wild wie eine neue Liebe

"Stereozirkus" startet mit Alternativrock durch

Eigenwillig, rockig, episch: so klingt die Gönninger Band Stereozirkus beim Besuch im Probenkeller. Obwohl die vier Jungs erst 18, 19 und 20 Jahre alt sind, haben sie schon einige Erfolge vorzuweisen.

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Jürgen Spieß

Gönningen. Früher nannten sie sich „Megalomaniac“, seit etwa einem Jahr firmieren sie unter dem Namen Stereozirkus. Was Nico (19), Lukas (20), Timo (18) und Jojo (20) von manch anderer Nachwuchsband unterscheidet, ist die Power ihrer Liveauftritte. Die Musik wirkt im besten Sinne unfertig, hingeworfen, hingerotzt, scheint sich in manchen Passagen fast zu überschlagen.

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Seit dem Gewinn des Newcomerfestivals „Regio.Music.Spot“ vor etwas mehr als drei Jahren gewinnt die Band zunehmend an Routine und Ausstrahlung. Kurz nach dem Nachwuchswettbewerb folgten die ersten Demoaufnahmen beim Artist Tonstudio in Pfullingen und zahlreiche Liveauftritte in der Region. Ende 2007 dann die Trennung wegen persönlicher Differenzen. Doch die vier Jungs merkten bald, dass sie ohne einander nicht wollen und nur miteinander etwas erreichen können. Ende 2008 probten sie erstmals wieder gemeinsam und ein paar Monate später kam es nach Lösung des Proberaumproblems zur Wiedervereinigung unter neuem Namen.

Mittlerweile können sich Stereozirkus auf die Energie ihrer Melodien verlassen, die sie, unterstützt von mehrstimmigem Gesang, herunterbrettern. Vier junge Männer, die für die etwa zwanzigste Generation von Gitarrenbands seit Velvet Underground stehen, die ihre Gitarren nicht durch technisches Brimborium jagen, sondern einfach ihre Verstärker aufdrehen und los geht’s. Melodischer Alternativrock mit deutschen Texten erhebt sich da mit ausladender Energie und verhehlt kaum seinen Hang zur Größe. „Dank unseres Gitarristen haben wir diverse Effekte in unsere Musik eingebaut“, so Bassist Timo, „das macht sie abwechslungsreicher, epischer und tanzbarer.“

Die vier Jungs von Stereozirkus präsentieren sich auf ihrer Debüt-EP „Manege frei“ als ... Die vier Jungs von Stereozirkus präsentieren sich auf ihrer Debüt-EP „Manege frei“ als veritable Rockband mit extremer Power und hohem Tanzfaktor. Bild: Spieß

Kennengelernt haben sich Leadsänger und Keyboarder Nico und seine drei Kumpanen Lukas (Gitarre), Timo (Bass) und Jojo (Drums) auf dem Gymnasium in Mössingen. Dort kannte man sie als „die rote Kappen-Gang“. Schon zu ihren Anfangszeiten zeichnete sich die Band durch ihre Simplizität aus, die allerdings nur die Oberfläche ist, hinter der sich ein ganzer Wald von Verweisen verbirgt. Während zu Beginn ihrer Bandkarriere die punkrockigen Einflüsse im Stil von Bad Religion, Pennywise und Sum 41 überwogen, bezeichnet Gitarrist Lukas die Musik heute „als tiefer gehend“, orientiert an Indiebands wie Snow Patrol oder Kings of Leon.

Die Jungs präsentieren sich auf ihrer Debüt-EP „Manege frei“ als veritable Rockband mit extremer Power und hohem Tanzfaktor. Das Album haben sie vor einem halben Jahr bei den bekannten Bauer Studios in Ludwigsburg aufgenommen. Im März planen Stereozirkus die neuen Songs bei diversen Konzerten in der Region vorzustellen: „Zudem sind wir gerade dabei, eine kleine Tournee zusammenzustellen“, wagt Gitarrist Lukas einen Blick in die Zukunft. Desweiteren ist die Band verschiedene Kooperationen mit Behinderten-Einrichtungen eingegangen, um ein integratives Projekt aufzubauen.

Von Stereozirkus wird man sicherlich in Zukunft noch eine Menge hören, denn sie machen ihre Songs zu einem Erlebnis aus purer Rock-Gewalt und kollektivem Umarmen. Was melancholisch sein kann, aber auch wild und verwegen wie eine neue Liebe.

D-Release-Party: Freitag, 26. Februar, 20 Uhr, Ca:Re an der Hochschule, Reutlingen.

24.02.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 02.03.2010 - 12:26 Uhr
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