Schüler der Geschwister-Scholl-Schule besuchen die Unesco-Ausstellung
Die Klasse 5.2 der Geschwister- Scholl-Schule (GSS) lässt sich bei der Unesco-Ausstellung „Unser Handeln – unsere Zukunft“ von dem Projekt „Schenke eine Ziege“ begeistern.
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Tübingen. „Na ja, besser als Deutsch!“, murmelt eine Schülerin aus der 5.2, als die Lehrerin den Besuch der UNESCO-Austellung ankündigt. Seit einigen Tagen schon laden die bunten Plakate zum selbstständigen Besuch im Foyer der GSS ein, doch der erste Schnee lockt die Schüler in den Pausen eher ins Freie. So liegt dieses Kind mit seiner Meinung nicht daneben. Unsere Klasse ist nur mäßig interessiert, aber das ändert sich schnell.
Seit 1989 gehört die Geschwister-Scholl-Schule zu den Unesco- Projektschulen. Diese Schulen kümmern sich um Schlüsselprobleme der Menschheit. Eines davon ist die Bekämpfung von Armut und Elend in der Welt.
„Schenke eine Ziege“ steht groß auf einem Plakat. Robert Wunderlich stellt sich und sein Projekt vor, das er zusammen mit Freunden 2006 in Uganda gegründet hat. Er erzählt uns, dass es den Menschen dort nicht so gut geht wie uns. Er zeigt uns Bilder von Kindern mit dicken Wasserbäuchen und berichtet davon, wie schwierig es für die Menschen ist, jeden Tag sauberes Trinkwasser zu bekommen. Auch das Essen sieht ganz anders aus als bei uns. Die Menschen essen dort Tag für Tag Kochbananen, die zu dem festen Brei „Matooka“ verarbeitet werden.
Auf einen Arzt kommen 21 000 Menschen. Unvorstellbar für uns.
Robert Wunderlich und seine Freunde haben überlegt, wie sie den Menschen helfen könnten, etwas gegen Eiweißmangel zu machen. Nach vielen Überlegungen beschließen sie, den Familien eine Ziege zu schenken. Ziegen sind im Vergleich zu Kühen, Schweinen und Hühnern viel anspruchsloser. Sie brauchen nur Wasser und trockenes Gras oder Gestrüpp zum Fressen. Aber sie geben wertvolle Milch zum Trinken und Herstellen von Käse. So bauen die jungen Leute eine Ziegenfarm auf, die Ziegen an Familien abgibt, welche vorher gelernt haben, wie man mit Ziegen umgehen muss. Wenn eine Ziege dann Junge hat, gibt die Familie das Tier an die Ziegenfarm zurück, die es einer anderen Familie schenkt. Die Anschaffung der Ziegen wird mit Spendengeldern finanziert. Eine Ziege kostet 25 Euro.
Noch ist keine Stunde vergangen und wir sind so begeistert von dem Projekt, dass wir spontan beschließen, eine Ziege zu „kaufen“ um sie zu „verschenken“. Von Langeweile ist nichts mehr zu spüren. Robert Wunderlich schließt seinen Bericht mit einem Film ab, der genauer noch mal alles zusammenfasst. Wir sehen glückliche Familien mit ihren Ziegen und Menschen, die sich gegenseitig helfen, Häuser und Ställe zu bauen. Bienenstöcke zum Gewinnen von leckerem Honig weisen darauf hin, was alles unternommen wird, um die Lebenssituation zu verbessern.
Nun will der Verein noch eine Schule einrichten, in der junge Menschen Handwerksberufe erlernen können. Jugendliche aus Deutschland können in Uganda ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ machen und beim Aufbau helfen. Das Projekt „Schenke eine Ziege“ hat am 30. Oktober 2009 vom damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger den Ehrenamtspreis von Baden-Württemberg überreicht bekommen. In Deutschland hat der Verein circa 75 Mitglieder, in Uganda profitieren über 1200 Menschen von dem Projekt.
Am nächsten Tag nehmen die Klassensprecher die Spenden für drei Ziegen entgegen und überweisen den gesammelten Betrag dem Verein „Schenke eine Ziege“.