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Kommentar

Mehr Bus, weniger Auto: Gewinn für alle

Die Fachleute im Regierungspräsidium hirnen, wie man in Tübingen die gesundheitsschädlichen Feinstaubwerte reduzieren kann. Umweltzonen haben bislang wenig gebracht, die angedachten Tempolimits werden nur geringfügig mehr bewirken. Eltern und Schüler demonstrieren derweil an der Stuttgarter Straße: Die Furcht ist groß, dass ein Kind beim Überqueren angefahren wird. Auch in der Innenstadt teilen Eltern diese Angst um ihren Nachwuchs.

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Volker Rekittke
Artikelbild: Mehr Bus, weniger Auto: Gewinn für alle

Keine Frage, weniger Autos wären ein echter Gewinn für Tübingen: Bessere Luft, weniger Lärm, weniger schwere Unfälle. Doch wie bewegt man noch mehr Tübingerinnen und Tübinger dazu, vom eigenen Auto auf Bus und Bahn, das Rad und die eigenen zwei Füße (dazu bei Bedarf ein Teilauto) umzusteigen?

Neue Mobilitätskonzepte müssen her – da sind sich mittlerweile so ziemlich alle einig: Der grüne Oberbürgermeister Boris Palmer und die Aktivisten der Tübinger Gruppe ZAK3 sowieso. Letztere verteilten in Bussen schon dezent umfrisierte „Dauerfahrscheine“ für einen Naldo-Nulltarif (Bild). Der Tübinger Handel- und Gewerbeverein (HGV) forderte unlängst einen „möglichst kostenlosen Ringverkehr mit Elektro-Kleinbussen“, um den Hauptbahnhof und die Altstadt miteinander zu verbinden.

Jetzt tut sich was im Tübinger Rat: Mit Regierungs-Rückenwind aus Stuttgart wollen Grüne und SPD die Debatte ums „Umsonst-Ticket“ voranbringen. Das ist sehr zu begrüßen – auch wenn noch längst nicht alle Fragen beantwortet und Stolpersteine beseitigt sind. Wie ist das, zum Beispiel, mit den Einpendlern, die am Uniklinikum oder anderswo in Tübingen arbeiten? Oder mit den Schülern, die aus dem Umland kommen? Denn ein umlagefinanziertes Ticket würde ja nur für Tübinger gelten. Was ist mit Inhabern von Jobtickets, die bislang die Firma bezahlt? Wie ließe sich das Semesterticket, das ja gleichfalls (zu einem Gutteil) über eine gemeinsame Umlage aller Studenten finanziert wird, in ein Konzept „TüBus umsonst“ integrieren?

Über die Idee freuen dürften sich indes schon jetzt all jene Eltern, die derzeit noch fast 30 Euro für ein Schüler-Ticket berappen müssen – pro Kind und Monat. Hinzu kommt: Alle Bürger/innen wären auf einen Schlag mobil. Auch Geringverdiener und Arbeitslose, die sich weder Auto noch Monatskarte leisten können – vorausgesetzt, die Umlage wird ähnlich wie die Kindergartengebühren sozial gestaffelt.

Die Debatte ist eröffnet. Vielleicht reicht sie ja schon bald über den Tübinger Tellerrand hinaus. Auch mancher Berufspendler oder Schüler etwa aus dem Steinlachtal oder von den Härten könnte schließlich Interesse an solch einem umlagefinanzierten „Umsonst-Ticket“ bekunden.

14.01.2012 - 11:30 Uhr
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Bezirksliga: SSC Tübingen - TSV Dettingen/Rottenburg   74   53%
 
Kreisliga A2: TSV Eningen - TSV Lustnau   35   25%
 
Kreisliga A3: SV Seebronn - SV Wurmlingen   15   11%
 
Kreisliga A3: SV Wendelsheim - SV Hirrlingen   15   11%
 
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