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Marvin Grace wollen mit Bodenhaftung reich und berühmt werden – und das meinen sie ernst

Lieber den eigenen Weg gehen

BETZINGEN (job). Marvin Grace haben sich wohl einen der schönsten Proberäume in der Region gesichert – im alten Betzinger Bahnhof basteln sie an ihren Songs und ihrer Band-Karriere, machen sich Gedanken über die regionale Szene und das Musik-Business im Allgemeinen.

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„Das ist ein Kindheitstraum von uns, das zum Beruf zu machen“, sagt Drummer Ferdinand Groll über die Musikmacherei. Und das können auch die anderen drei im Bunde voll unterschreiben. Denn Fee Klauser, Sängerin und Gitarristin, Moritz Jansen, Bass und Keyboard, und Daniel Stöppler, ebenfalls an der Gitarre, sind sich einig: „Wir wollen Rockstars werden“, sagt Moritz mit einem Lächeln.Nicht einfach so, von heute auf morgen. Marvin Grace wollen lieber den langen Weg gehen und meiden die vermeintlich leichteren Abkürzungen. „Es geht uns nicht darum, gleich fett nach oben zu kommen“, so Ferdinand mit Blick auf all die kurzlebigen Eintagsfliegen des Pop-Geschäfts, „das ist dass, was gerade alles kaputt macht.“ Und Daniel ergänzt: „Lieber langsam aufbauen und dafür fest im Sattel sitzen.“Und so haben sie auch schon mal einen Vertrag ausgeschlagen, als eine Böblinger Plattenfirma ihnen anbot, eine CD aufzunehmen, um sie dann an ein Major Label zu verkaufen. „Wir haben uns von der Substanz her nicht bereit gefühlt“, sagt Moritz – und dann lieber die Finger davon gelassen. „Wenn du da mal drin hängst, kannst du nichts anderes mehr unterschreiben.“ Sie wollen sich noch nicht binden und erstmal selber Erfahrungen sammeln – vor allem live: „Für nächsten Herbst planen wir eine kleinere Club-Tour“, so Moritz, „die Idee ist, sich den Arsch abzuspielen und musikalische Falten zu kriegen.“ Die eine oder andere haben sie schon. Die Jungs spielen schon seit 1997 zusammen, Fee kam zwei Jahre später dazu und gibt der Band seither eine unverwechselbare Stimme. „Wir haben dann viel gespielt und versucht, eine gut besuchte Band zu werden“, erinnert sich Moritz. Was sie über die Jahre auch geschafft haben: Von Ausnahmen abgesehen, können sie sich eines eigenen Stammpublikums bei Konzerten sicher sein. Studioerfahrung haben sie auch schon gesammelt, die CD „Longing for the analysis“ kriegt man bei Konzerten oder per Email. Im nächsten Jahr wollen sie dann eine in Eigenregie aufnehmen.Sich musikalisch fest zu legen lehnen sie ab. „Wir sind halt immer noch am Rumprobieren und am Suchen“, so Moritz. Und Fee ergänzt: „Wenn ein Lied nicht okay ist, hält es sich eh nicht lang.“ Dass ihre Zukunft nach Schule und Zivildienst in der Musik liegt, daran glauben die vier so fest, dass sie sich (zumindest zur Zeit) vorgenommen haben, nichts anderes anzufangen. Kein Studium, keine Ausbildung, die nichts mit Musik zu tun hat: „Ich will eingleisig fahren“, sagt Moritz, „das motiviert mich.“ Als weniger motivierend empfinden sie die regionale Musik-Szene: „Hier ist einfach zu wenig los“, so Daniel, „früher oder später wollen wir in die Großstadt.“ Damit sich bis dahin etwas ändert, denken sie daran, mit anderen Musikern selbst regelmäßige Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Zum Unkostenpreis, damit es bezahlbar bleibt – und sich trotzdem etwas tut.onlineDas Stück „Angry“ kann man auf www.tagblatt.de/soundcheck als mp3 herunterladen. Wer Marvin Grace (www.marvingrace.de) live sehen will, geht am 23. Dezember ins Saints & Scholars in der Tübinger Wilhelmstraße.

16.12.2004 - 08:30 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 20:07 Uhr

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