Der regelmäßige Blick übers Netz auf die Neckarbrücke - für viele Ex-Tübinger gehört er dazu. Als unsere Webcam kürzlich einem Blitzeinschlag zum Opfer fiel, erreichten uns zahlreiche Mails und Anrufe: Wann wird sie endlich ersetzt? Nun haben wir eine Frage an Sie, die Webcam-Nutzer: Von wo aus schauen Sie nach Tübingen? Die ersten Antworten finden Sie hier.
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Früher behalfen sich Ex-Tübinger in Hamburg oder auf der anderen Seite des Planeten mit einem wehmütigen Blick ins Fotoalbum. Heute schauen sie übers Netz, wie gerade das Wetter in der alten Heimat ist.
Von wo aus blicken Sie auf die Neckarbrücke? Und wie sieht es da aus, wo Sie jetzt sind? Schicken Sie uns ein Bild von Sich und Ihrer neuen Heimat, wir veröffentlichen es hier als Bildergalerie der tagblatt.de-Webcam-User. Erzählen Sie uns, wie Sie die Webcam nutzen: Als Wettervorhersage? Um anderen das Stocherkahnrennen zu zeigen? Oder Ihr altes Verbindungshaus? Und welche Webcams der Region nutzen Sie noch? Schreiben Sie per Mail an online@tagblatt.de.
Etliche Nutzer haben bereits geantwortet.
Aus Sydney schreibt Bernd Hanemann: "Ich wohne seit 40 Jahren in Sydney (Australien) und besuche die Webcams von Tübingen regelmässig. Besonders gerne schaue ich mir die Webcam an der Neckarbrücke und die vom Marktplatz an. Ich bin in Tübingen aufgewachsen und habe auch dort meine Schulzeit verbracht (Dorfackerschule in Lustnau und Kepler-Gymnasium). Oft sassen wir nach der Schule auf der Mauer beim Neckar und die Webcam an der Neckarbrücke bringt viele Erinnerungen zurück. Im Dezember wird es bei uns wieder heiss und es ist schön, sich beim Anblick der schneebedeckten Dächer in Tübingen in Gedanken etwas abzukühlen. Vielen Dank an alle, die die Webcam ermöglichen."
Aus Huntsville, Alabama, blickt Monika Tribble auf die Neckarbrücke. "Ja, die Webcam hilft mir sehr, besonders in der Weihnachtszeit. Mehrmals in der Woche schau' ich mir das schöne Tübingen an." Sie lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in den USA. "Das Heimweh vergeht nie", schreibt sie, "da ich in Tübingen aufgewachsen bin." 2010 war sie im Oktober nach fast zehn Jahren zu Besuch: "Habe die Lebhaftigkeit in der Fussgängerzone, am Bahnhof und die vielen Fahrräder sehr genossen. Das Busfahren war auch wunderschön."
In Mittelamerika, genauer in Alajuela in Costa Rica lebt der Ex-Rottenburger Andreas Wachter: "Ich habe in Tübingen gelernt und gerbeitet und lebe seit 17 Jahren in Costa Rica. Die Webcam hilft auf jedenfall, wenn man sich in Tübingen auskennt und im Ausland oder weit weg von Tübingen lebt. Obs die Wetterlage oder die Neckarkulisse ist - egal, hauptsache, man erinnert sich ans schöne Tübingen."
Aus Paris hat sich Hugo Crespy gemeldet. Er hat mit seiner Familie von 2001 bie 2003 in Tübingen gelebt und schreibt, dass "diese Zeit ungeheuer wichtig für mich war". Er setzte sein Studium in der französischen Hauptstadt fort, kehrt aber immer wieder nach Tübingen zurück: "Und ja, ich nutze ihre Webcam, um mein Heimweh zu kurieren. Und auch die auf dem Rathausdach ist dabei eine große Hilfe."
Ebenfalls in Tübingen studiert hat Celia Featherby: Sie lebt in Toronto in Kanada. Sie wohnte 1975 bis 1976 in der Stadt. Sie wirft öfter einen Blick auf die Neckarbrücke: "So habe ich das Gefühl, mit Tübingen Kontakt zu bleiben, bis ich für einen richtigen Besuch zurückkehren kann." Ebenfalls in Toronto nutzt Lissa Reichert die Kamera: "Wir schauen die Brücke so ziemlich jeden Tag an. Das Wetter, der Neckar, Busse, Verkehr, die Bäume und wie sich die Blätter verändern." Schade sei, dass man die Menschen nicht erkennen könne. Aber dazu hat sie eine Idee: "Ich habe schon oft zu Freunden gesagt, wenn ihr um eine gewisse Zeit dort steht und wedelt mit einem großen Tuch, dann sehe ich euch."
Aus Niedersachsenblickt Heidi Neumann auf den Neckar: "Ich bin Tübingerin, lebe seit siegen Jahren in Hannover und habe Heimweh." Die Webcam gibt ihr das Gefühl, "nicht so weit weg zu sein".
Aus Patong in Thailand meldet sich Wolfgang Siebeck: "Ich benutze die Kamera fuer einen Blick aufs Wetter und Erinnerungen an den Schulweg vom Waldhäuser zum Uhlandgymnasium."
Von der Ostalb schreibt René Bayer: "Hallo liebe Tübinger, täglich schau' ich auf die Neckarbrücke von Giengen an der Brenz aus, um zu entscheiden, ob ich dem hiesigen Nebel durch eine Fahrt zu Euch entkommen sollte."
Lothar Pilgenröder lebt in Attendorn im Sauerland. Er ruft die Seite zwei, drei Mal pro Woche: "Ich habe von 1959 bis 1965 in Tübingen studiert und dort auch noch eine kurze Zeit gearbeitet." Heimweh nach Tübingen hat er nach so langer Zeit nicht mehr, aber "ich schätze Tübingen doch sehr und besuche die Stadt seit meiner Pensionierung mindestens ein mal im Jahr für mehrere Tage".