[X]
 per eMail empfehlen


   

Gomaringer Fasnet mit Schleife und für guten Zweck

Beim Gomaringens Jubiläumsumzug trugen alle Zuschauer eine rote Schleife am Mantel. Im Eintrittsgeld für das Fasnetstreiben war eine Spende für die Tübinger Aidshilfe inbegriffen.

Anzeige


Susanne Mutschler

„Denen geht es offensichtlich nicht nur ums Verdienen“, lobte Marc Binder die Großzügigkeit der Gomaringer Käsperle. Er war nach Gomaringen gekommen, um seine Tochter als Teufel verkleidet durch den Flecken hüpfen zu sehen. „Hauptsache für einen guten Zweck“, fand Anne Gutbrod aus Degerschlacht, die ihre in Eulenhäs steckenden Enkel begleitete.

Schon seit Jahren spenden die Gomaringer Käsperle einen Teil ihres Fasnachtserlöses für soziale Zwecke. „Das ist immer eine gute Sache“, wusste der Gomaringer Heinz Kuttler. Dieses Mal wird auf die Initiative des Zunftmeisters Dietmar Rau die Tübinger Aidshilfe profitieren. Sie will an Schulen wieder mehr Informationsveranstaltungen anbieten.

Unter den Zuschauern stieß die Zielrichtung der Narren-Hilfe durchweg auf Anerkennung. „Da zahlt man den Eintritt gern“, sagte Monika Nitsche aus Öschelbronn-Heufelden, die das Symbol der Aidshilfe sofort erkannt hatte. Grad in der Fasnetszeit „wenn die Leute übermütig werden“, sei es wichtig, an die Gefahren der Krankheit zu erinnern, ergänzte eine Nachbarin aus den immer dichter werdenen Zuschauerreihen in der Lindenstraße. Aus der Ferne war am Trommeln und Schmettern der Lumpenkapellen zu entnehmen, dass sich der Fasnetszug mit seinen 53 Narrengruppen bereits in Bewegung gesetzt hatte.

„Das ist wenigstens mal eine sinnvolle Überlegung“, bezeichnete Gerd Süßer aus Bodelshausen die Unterstützung der Aidshilfe. „Das Thema geht uns alle an“, erklärte Rolf Kenz aus Freudenstadt. Er hatte für die Nehrener Wohngruppe, in der sein Sohn lebt, einen Sonntagsausflug zum Narrenumzug organisiert. „Die Kinder müssen aufgeklärt werden“, stellte er fest.

Auch bei der Versammlung der Zunftmeister war die Schleife ein Thema gewesen. Jede der eingeladenen Narrengruppen habe zu Gunsten der Aidshilfe auf Gastgeschenke verzichtet und den Gegenwert gespendet, berichtete Willi Schmidt, Zunftmeister der Poltringer Bockmoster.. Neben verschiedenen Narrenabzeichen trug er auch die rote Schleife an seinem Häs.

Der Sonntagnachmittag war wie geschaffen für einen Fasnachtsumzug. Die Sonne lachte vom blitzblauen Himmel, die Zuschauer waren guter Dinge und die vielen Narren zu allerlei Kunststücken und Schabernack aufgelegt und noch nicht durch zahllose Umzüge ermüdet.

Die Dußlinger Burghexen schleppten qualmende Kessel hinter sich her, die Zollerhexen aus Hechingen fielen durch ihren reichen Nachwuchs auf, den sie im Kinderwagen oder am Schürzenbändel mitführten. Viele Maskenträger waren wie etwa die Wildsauen aus Degerschlacht ständig auf der Suche nach hübschen Frauen aus dem Publikum. Von den Ofterdinger Hexen bekamen sie Saures in Form von reichlich verteilten Strohhalmen, von den Weilheimern süße Bonbons in die Stiefel gesteckt. Schlimmstenfalls landete die eine oder andere Schöne in der Konfetti-Waschmaschine der Degerschlachter Eulen.

Auch die Uracher Masken, harmlos wirkende alte Männlein, hatten es faustdick hinter den Ohren, denn sie klauten ihren Opfern die Schuhnestel und malten ihnen rote Bäckchen.


Auf dem Ansagewagen beim Schloss stand der Gomaringer Zunftmeister und diktierte von seinem Spickzettel herunter die vielen unterschiedlichen Erkennungsrufe, damit niemand durcheinander kam.

25.01.2009 - 17:38 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 19:50 Uhr
Anzeige


Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Single des Tages