Im Januar nahmen 23 Studierende am elften Südafrika-Programm der Uni Tübingen teil. Fünf von ihnen berichten jetzt in einem Internet-Newsletter aus dem Gastgeberland der Fußball-WM.
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Ulrike Pfeil
Tübingen. Jerome Cornelius, 24, sagt es gleich: „Ich bin kein Fußball-Fan.“ Jerome interessiert sich mehr für Sprachen. Er studiert Englisch und Deutsch an der University of the Western Cape in Kapstadt, die gerade erst 50 Jahre alt ist. Sie wurde zu Zeiten der Apartheid für die Ausbildung von jungen Leuten geschaffen, die der rassistischen Zwischen-Kategorie „coloured“ zugeordnet wurden. Schwarze Studierende wurden erst 1987 zugelassen.
Jerome ist stolz darauf, an einer Universität zu studieren, deren Geschichte mit dem Kampf um gleiche Bildung für alle Rassen verbunden ist. In einem seiner Blogs beschreibt er die integrative Rolle der Musik in Südafrika – und auch die Diskussionen darüber. Zum Beispiel jene, ob der in Clubs sehr beliebte Tanz-Song „Make the circle bigger“ eines bekannten Kwaito-Sängers in Wahrheit nur Stereotypen über farbige Südafrikaner bediene. Oder was von weißen Hiphop-Sängern zu halten ist, die auf Afrikaans singen, aber die verschiedensten, auch schwarzen Einflüsse verarbeiten. „Den Leuten scheint die Hautfarbe eines Künstlers zunehmend egal zu sein“, schreibt Jerome, „sie interessiert, was gut klingt.“
Nasiphi Sobahle, 19, und Nyane Macdonald Mofokeng, 20, studieren Tourismus-Management und haben erst kürzlich die große Tourismusmesse „Indaba“ in Durham besucht, ein Ereignis, bei dem Südafrika bereits über das Tourismus-Boomjahr dank der Fußball-WM hinausblickte.
Die Tübinger Politik- und Volkswirtschaftsstudentin Alexandra Förster erlebt in ihrem Auslandsstudium an der südafrikanischen Universität Stellenbosch (einer von sechs Tübinger Partner-Unis in Südafrika) das „aufkeimende Fußballfieber“ und die WM-Vorfreude in Südafrika mit. „Man kann auch schon vereinzelte Vuvuzelas in den Straßen hören“, schreibt sie in ihrem Blog. Die Stimmung erinnere sie stark an Deutschland kurz vor Beginn der WM 2006. In den Supermärkten gebe es jetzt typische Lebensmittel aus WM-Teilnehmerländern. „Deutschland ist mit Sauerkraut, Braten und Bier vertreten.“
Info
Der WM-Newsletter findet sich unter www.uni-tuebingen.de/suedafrika. Während der Fußballweltmeisterschaft gibt es dort ab 11. Juni auch tägliche Spiel-Ergebnisse und Vorschauen auf den nächsten Spieltag.