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Kommentar

Ein viel Geschmähter triumphiert am Ende

Auch, wenn man das nach so einem glänzenden Sieg, wie ihn Thomas Noé gestern eingefahren hat, vielleicht nicht unbedingt lesen will: Es gab eine Zeit, da sah es für eine zweite Starzacher Amtszeit des Bürgermeisters nicht gut aus.

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Willibald Ruscheinski

Denn es war ein herber Nackenschlag und gewiss nicht gut für die Reputation, als der Gemeinderat der westlichsten Kreisgemeinde nicht nur den lange schwelenden Konflikt im Rathaus publik machte, sondern auch politisch vom Bürgermeister abrückte: Zu wenig sei es gewesen, was Noé in den ersten acht Jahren zu Wege gebracht habe. Danach begannen anonyme und andere Anzeigen gegen ihn Staatsanwaltschaft und Landratsamt zu beschäftigen: Zu viel Rechtsanwaltshonorar etwa soll der Schultes sich haben erstatten lassen, als er wegen einer weiteren Anzeige Beistand einholte – dabei hatte der Gemeinderat höchstselbst ihm den Betrag genehmigt und ausdrücklich rechtskonformes Handeln bescheinigt. Oder man suchte Noé einen Betrug bei der Erhebung von Erschließungsgebühren anzuhängen.

Vorwürfe, die weder die Strafverfolgungsbehörden noch die Kommunalaufsicht als stichhaltig ansahen. Und die ihre Urheber offenbar in die Welt setzten, weil sie glaubten, dass vor der Wahl schon irgend etwas haften bleibe.

Nicht gegen, sondern für ihn schlug am Ende aus, was die meisten Bürger über den Rathaus-Konflikt denken: Sie sehen Thomas Noé als Opfer von Intrigen. Und fragen sich, warum sie von den unüberwindlichen Querelen draußen nichts bemerkt hatten. Arbeit schien deswegen nicht liegen geblieben zu sein.

Es nötigt Respekt ab, wie der von so verschiedenen Seiten attackierte Amtsinhaber sich nicht beirren ließ, bis zuletzt auf die Zustimmung der Wähler bauend. Die haben ihm gestern ein Vertrauensvotum erteilt, das deutlicher fast nicht mehr sein kann. Vielleicht fällt es Thomas Noé damit im Rücken leichter, gleich die nächste herkulische Aufgabe zu vollbringen: Er darf den Triumph nicht auskosten, sondern muss auf die Widersacher im Rathaus zugehen und zusammen mit ihnen einen dicken Schlussstrich zu ziehen versuchen. Noés erste Reaktion nach der Wahl gibt da Anlass zur Hoffnung.

Weniger Sorgen müssen sich die Starzacher derweil um die Regierbarkeit ihrer Gemeinde machen. Zwar sieht es derzeit so aus, dass ein Gemeinderat und ein Chef, die sich nicht sonderlich lieben, noch länger kohabitieren müssen. Zumindest das Allernötigste haben sie aber zuletzt schon in dieser heiklen Konstellation miteinander hinbekommen. Und ihr Wahlamt aus politischen Gründen einfach hinzuschmeißen verbietet den meisten Ratsmitgliedern die Gemeindeordnung.

30.01.2012 - 08:30 Uhr | geändert: 31.01.2012 - 11:15 Uhr

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