Rund 440 Kilometer lang war die Jahresausfahrt des Rollerclubs Steinlach/Tübingen

Der Ritt zum Bodensee

(tol). Lange geplant, wegen des schlechten Wetters immer wieder verschoben, konnte der Rollerclub Steinlach/Tübingen - übrigens ein nicht eingetragener Verein - seine alljährliche Ausfahrt endlich am vergangenen Samstag starten. Ziel war das Schwäbische Meer. Der Ritt zum Bodensee wurde zur entspannten, heiteren und erlebnisreichen Tour.

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Los ging's am Samstag um halb Zwölf in Tübingen. Über Gomaringen, Öschingen, Burladingen, Messstetten und Hausen rollerten die drei Mitglieder dann durch das herrliche Donautal bis Fridingen, von dort über Stockach nach Konstanz. Soweit es möglich war, benutzten sie die kleinen Straßen, ja hin und wieder sogar erlaubte Feld- und Waldwege.
Herrlich dieser Wechsel von angenehm kühler Waldluft und wohlriechender Feldluft, den man wohl kaum intensiver wahrnehmen kann als auf dem Roller (nur auf dem Rad ist's noch schöner). Und die Landschaft erst! Sanft wogte das Getreide, sanft schmiegte sich Hügel an Hügel und sanft wiegten sich die Hüften in den Kurven. Mit maximal 75 Kilometer pro Stunde "schlenderten" die Rollerer quasi über die Alb bis Konstanz. Drei Stunden später waren sie bereits in der Stadt am See.
Nach ausgedehnten Besuchen des Fischerfestes auf der Insel Reichenau und eines am Rhein gelegenen Biergartens nahmen die Ausflügler die Konstanzer Altstadt näher unter die Lupe. In einer Weinstube klärte sich ein Gerücht auf, das sich seit dem späten Nachmittag hartnäckig behauptete. Im Wollmatinger Schloss, so hieß es nämlich, habe einst die Opernsängerin Maria Callas gewohnt. Was, die Callas? Hier?
Nein, berichtigte die Weinwirtin am Abend. Nicht die Callas, sondern Maria de la Casa war's gewesen, der das Schloss gehört hatte. Und sie wusste den Gästen noch andere Geschichten zu erzählen, etwa über die Operettensängerin Anneliese Rothenberger, die ebenfalls am See wohnt oder über ...
Ach lassen wir das. Unsere Rollerfahrer zog es - natürlich zu Fuß - weiter. Weiter zu Michael Bernhardt, der in einem Hoffest einer Weinstube als Entertainer die Hüften seiner Gäste ordentlich in Schwung brachte. Ja, "Michael Bernhard, Musik, die man gern hat", so sein Motto, sang aus vollen Kehlen, was die 50-er, 60-er und 70-er Jahre hergaben. Ob "Itsi bini teenie weenie", Amarillo oder Griechischer Wein - der Mann versteht sein Karaoke-Werk.
Sonntagmorgen: Die Nacht war kurz, der Roller-Heimweg aber ist noch lang. Um den Bodensee herum wollen die Rollerer kurven, gehen bei Kreuzlingen über die Grenze, tuckern durchs Jan Ulrich-Dorf Scherzingen, machen eine kleine Rast im hübschen Städtchen Arbon und landen schließlich in Lindau zur Altstadtbesichtigung.
Von Lindau aus fahren sie über Ravensburg, Ostrach, Krauchenwies, Sigmaringen und Gammertingen nach Tübingen zurück. Schön war's, herrlich war's, lustig war's. Die nächste Ausfahrt soll ins Allgäu führen.
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06.08.2004 - 12:16 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 16:09 Uhr

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