Das Panorama auf das Tal von der Halbhöhe Ihlingens wurde am Wochendende um ein Element ergänzt: Den Neckar entlang war eine kleine Zeltstadt entstanden. Das neue Mini-Rock-Areal bot mehr Platz für die Besucher - doch hatte auch seine Tücken.
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Fabian Ziehe
Ihlingen. "Das ist eine tolle Sache", meinte ein Ihlinger, der vor seinem Haus mit seiner Frau in der Sonne saß, mit dem Feldstecher das Treiben auf der Bühne unten beobachtete und der Musik lauschte. Von der Halbhöhe seines Grundstückes hatte er das Areal des Minirock-Festivals gut im Blick - und bis auf den Müll, den die Veranstaltung mit sich brachte, hatte er an dem Treiben am Neckar nichts einzuwenden. Schließlich war er selber schon auf AC/DC-Konzerten und anderen Rock-Events gewesen. Und wenn der Bands nun vor der eigenen Haustüre spielen - warum nicht?
Zwischen der B14 auf Höhe der Gaststätte "Grüner Baum" und dem Neckartal standen die Zelte. Vor allem der Campingplatz hatte von dem Platzgewinn im Vergleich zum Horber Festplatz profitiert: Zwar war er zweigeteilt, doch er bot 7500 Übernachtungsgästen Platz für ihre Zelte. Auch das After-Show-Zelt war gewachsen: Platzte es auf dem Horber Festplatz noch allen Nähten, so fanden nun gut 1000 Besucher darin Platz, um bis in den frühen Morgen zu feiern.
Alleine das Gelände vor der Bühne war kaum gewachsen - nicht ohne Grund: "Wenn es zu weitläufig wird, verliert sich die Stimmung", sagte Festival-Macher Tobias Abt. Auffallend waren dort die grünen Fluchtweg-Gitter links und rechts der Bühne sowie an allen anderen Seiten der Fläche. "Wir hatten natürlich ein Sicherheitskonzept aufgestellt nach der Tragödie von Duisburg - obwohl die Loveparade und das Minirock ganz verschiedene Veranstaltungs-Typen sind", sagte Minirock-Sprecher Adrian Laschinger.
Das Gelände - sonst Ackerland - war gerade wegen des vielen Regens problematischer als der betonierte Festplatz. Für die Nightliner, also die Busse der Bands, und andere schwere Fahrzeuge brauchte es Platten auf dem Gelände. Den Bereich vor der Bühne legten die Organisatoren mit Streu trocken. Dennoch half an manchen Stellen nur schweres Gerät weiter oder es ließ sich nach Festivalstart wenig verändern. Gerade der Teil des Zeltplatzes um die Wasserstelle verwandelte sich am zweiten Tag in ein Morastloch. Eine Schlammschlacht wie auf dem diesjährigen Southside-Festival blieb allerdings aus, das Wetter hielt und der Boden trocknete nach und nach.
Sollte das Festival kommendes Jahr wieder nach Ihlingen kommen, dann hat das Minirock weiteres Wachstumspotential. 12 000 Besucher hätten dieses Jahr kommen können, schätzt Laschinger. Vielleicht müssen die Macher künftig das Prefix "Mini" für ihr Rock-Festival ernsthaft überdenken.