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Bildergalerie: Lustnauer Tor vier Stunden blockiert
Nach der Kundgebung legten etwa 100 Schüler und Studierende Teile des Autoverkehrs in der Innenstadt lahm. Auch auf der B28 nach Tübingen stauten sich die Autos. Beim angemeldeten Protest hatten sich bis 2500 Demonstranten versammelt.
kai / tol
Tübingen. Bunt und laut war die Demonstration, die gegen 9 Uhr am Europaplatz begann: Zu Beginn waren es rund 800 Teilnehmer, dann wuchs ihre Zahl nach Veranstalterangaben auf etwa 2500 an. Laut Polizei waren es etwa etwa 1500 Demonstranten. Vom Busbahnhof zogen die Schüler und Studenten über die Neckarbrücke bis zu Neuen Aula.
[*LINKBOX*] Dort hielten sie eine Kundgebung ab: Mehrere Redner forderten unter anderem die Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums und kritisierten den Leistungsdruck an den Schulen sowie die soziale Auslese im Bildungssystem. Sie verlangten freien Zugang zur Bildung, die Abschaffung der Studiengebühren und ein selbstbestimmtes Lernen. Die Redner erinnerten daran, dass seit gestern das Uni-Rektorat besetzt ist.
Dann ging die Demonstration über die Gmelin-, die Hölderlin- und die Schmiedtorstraße und endete nach etwa zweieinhalb Stunden am Holzmarkt mit einer Abschlusskundgebung.
Etwas mehr als 100 der protestierenden Schüler blockierten nach der Kundgebung Straßenkreuzungen. Am Lustnauer Tor und an der Kreuzung von Schmidtorstraße und Kelternstraße legten die Demontranten den Verkehr lahm. Laut Polizeisprecher Ewald Raidt gab es Verkehrsbehinderungen, weil die Mühlstraße als wichtige Verkehrsader Tübingens quasi blockiert ist.
Die Polizei war bei den Blockaden mit etwa 30 Beamten im Einsatz. Ein Polizeihubschrauber kreiste kurz über dem Stadtgebiet, damit sich die Beamten einen Überblick über die Lage verschaffen konnten.
Blockade am Lustnauer Tor
Mehr als 100 Demonstranten blockierten die Kreuzung am Lustnauer Tor für etwa vier Stunden. Mit Regenschirmen und zu Hütchen gefalteten Zeitungen schützten sie sich vor der Sonne. Uni-Rektor Bernd Engler und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer versuchten, zwischen Polizei und den protestierenden Schülern und Studenten zu vermitteln. "Können wir irgendetwas tun, um euch entgegen zu kommen?", fragte OB Palmer einige der Demonstranten.
Bei einer Abstimmung unter den Demonstranten war eine knappe Mehrheit dafür, die Blockade nicht aufzugeben. Engler pflichtete den Blockierern in einigen ihrer Forderungen teilweise bei, wollte aber vor Ort nicht zusagen, die Wünsche (soweit es in seiner Macht steht) zu erfüllen. Etwa 15 Polizisten waren bei der Demonstration, hielten sich aber im Hintergrund.
Für erhebliche Behinderungen sorgt die Aktion beim Busverkehr: Zahlreiche Haltestellen konnten nicht angefahren werden, viele Busse fielen aus.
Auf der Eberhardsbrücke leitete die Polizei den Verkehr Richtung Lustnauer Tor über die Gartenstraße um. Schon an der Blauen Brücke oder in der Rheinlandstraße wurden machen Autofahrer auf eine andere Route geschickt. Der Weg zur Doblerstraße war dauerhaft frei.
Kurz nach 16 Uhr löste sich die Gruppe auf und gab die Strecke wieder frei, bevor der Feierabendverkehr durch die Stadt rollte.