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Bilder vom Konzert im Epplehaus - 13 Tübinger Bands spielten

Die Gemeinde der Tübinger Subszene feierte sich selbst: Dreizehn Bands, mehrere DJ‘s und eine volle Hütte im Epplehaus. 250 Besucher schworen gemeinsam auf den Underground.

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Alexander Wiemer

Eigentlich kennt man das ja im Epplehaus: Viel Musik für wenig Knete. Auch am Samstag war der Eintrittspreis wieder mal unterirdisch: Mit 5 Euro von pünktlich 20 Uhr an bis zur Afterhour-Disco die Nacht hindurch alte Bekannte treffen und abhotten.

Irdisch hingegen der Anlass: Die lose Initiative „Tübingen Underground“ hat in ihrer homogenen Beharrlichkeit den dritten Sampler in drei Jahren herausgebracht. Dass bei der sympathischen Nabelschau auch der Zuspruch stimmt, ist hinlänglich bekannt. So standen also Bänker, Lehrer neben Zivis und Studenten, und gaben sich bierselig der selbst benannten Tübinger Subkultur hin.

Zu feiern gab es natürlich mehr als nur ein dreijähriges Bestehen. Denn obwohl der so genante Mainstream den Konsens sucht, bildet die alternative Szene eigentlich die größere Gemeinschaft: Nicht nur im Publikum trafen sich jede Menge alte Bekannte, auch die Tübinger Underground-Bands kennen und vermischen sich rege untereinander. Bei soviel Freundschaft ist die musikalische Gemeinsamkeit natürlich groß: Hard- und Grindcore, Punk- und Stoner-Rock gaben sich jeweils die Klinke. Nur wenige bildeten da eine echte Ausnahme.

Zum Beispiel Barhocker: Wie Waldorf und Stattler kommentierten, parodierten Jochen Braun und Rod Figeroa mit Grunzen, Ansagenkalauer und Sequencer-Trash den Underground als Nummern-Revue. Das darauf folgende Erste Tübinger Nasenflöten-Orchester schlug noch in dieselbe Kerbe. Dann war Schluss mit lustig. Die Combo Gutmensch schloss mit ihren sendungsbewussten, fast poppig anmutenden Punk-Refrains (“Wir sind Papst“) zwar am Kleinkunstwitz an, gab aber auch die fortwährende Richtung an: laut und dreckig.

Der Sound war dabei nicht immer gut – wen wundert's bei vierzehn Bands ohne Soundcheck?! –, steigerte sich dafür aber im Volumen. Jede Band stellte die nächste im druckvollen Geschredder ein bisschen mehr in den Schatten. Abweichungen waren nur schwer erkennbar.

Vor Mitternacht hatten sich drei Bands heftigen Zugabenapplaus verdient, die allerdings aus Zeitgründen entfielen: Humphrey Cobra, The Frayed End und 12 Angry Men. Erstere traten gar zum ersten Mal auf.
„Einen besseren Einstieg wie hier, kann man gar nicht haben“, sagte Sänger Ingo Teegen, der in einem süffigen Kontext à la At the Drive-In den komplettesten Gesangspart darbot. The Frayed End sorgten für beifälliges Kopfnicken und bauten mit dickem Brett-Gitarrensound eine buchstäbliche Firewall um ihre Stücke.

Damit noch nicht genug, schrieen die 12 Angry Men sogleich „Rock‘n Rooollll“ in bester Ozzy Osbourne-Manier in die Runde, Tombola-Moderator Jochen Braun von der Bühne und brachten die abgekochte Menge nochmals zum Glühen. Als sie gegen 24 Uhr die Band Paka ihres Gastsängers Hagen mit den Worten ankündigten: „Bei denen wird's nachher richtig laut!“, mochte man kaum noch daran glauben.

Außer den an Sixties Girlbeat orientierten Dear Friends gab‘s im weiteren Verlauf dennoch wenig Verschnaufpause. Der Peak von pumpendem Bass über Schlagzeug-Sperrfeuern und spitzen Riffs und Growls hatte sich da schon eingependelt. Damit untergrub das Sampler-Festival „Feuer & Flamme“ zwar ein wenig seine eigene Agenda, machte aber trotzdem Spaß. Manch einer entzog sich aber mit seligem Pfeiffen in den Ohren, der musikalischen Nostalgie und genoss draußen noch eine Zigarette.

Bilder: Kalbhenn

17.02.2008 - 13:19 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 20:15 Uhr

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