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Forscher der Uni Bern: Keine negativen Konsequenzen auf Rotation

Beben verschob Erdachse um 8 Zentimeter

Das schwere Seebeben im Indischen Ozean hat die Erdachse verschoben. Dies zeigen erste Resultate der Auswertung von Daten aus einem globalen GPS-Vermessungsnetz durch das Astronomische Institut der Universität Bern.

 
Artikelbild: Beben verschob Erdachse um 8 Zentimeter Gerade wie ein Strich, aber nicht immer an derselben Stelle: Die Erdachse.

Wie eine erste Auswertung der Daten aus dem globalen satellitengestützten GPS-Vermessungsnetz des Internationalen GPS Services (IGS) am Astronomischen Institut der Universität Bern zeigt, hat das schwere Seebeben im Indischen Ozean die Position der Erdachse gegenüber ihrer Sollposition um rund 8 Zentimeter verschoben. Dies dürfte die grösste Verschiebung sein seit der routinemässigen Überwachung der Erdrotation mittels Global Positioning System (GPS, 1992) welche einem einzelnen Ereignis zugeschrieben werden kann. Vorläufige Resultate zeigen zudem, dass sich eine GPS-Messstation in Singapur um rund 2 Zentimeter verschoben hat.
Die Erdachse, und damit der Nord- und Südpol, ist nicht fest mit der Erde verbunden. Infolge Massenumlagerungen im Erdinnern sowie in Ozeanen und in der Erdatmosphäre verändert sich die Lage der Erdachse dauernd. Als Folge verschieben sich Nord- und Südpol um bis zu 10 Zentimeter pro Tag innerhalb eines Umkreises mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern. Die Position der Erdachse und die Rotationsgeschwindigkeit der Erde werden durch den Internationalen Erdrotationsdienst (IERS) vorhergesagt und unter anderem mit auf der ganzen Erde verteilter GPS-Messstationen präzise vermessen. So auch vom Astronomischen Institut der Universität Bern.
Vorläufige Resultate zeigen eine Abweichung der gemessenen Position der Erdachse von der vorhergesagten Position um gut 8 Zentimeter ab dem Zeitpunkt des schweren Seebebens im Indischen Ozean. Aussergewöhnlich ist der grosse Einfluss des Bebens auf die Lage der Erdrotationsachse. Negative Konsequenzen des Ereignisses auf die Rotation können nach Meinung der Wissenschaftler aber ausgeschlossen werden.
Das Beben verschob nach Einschätzung des amerikanischen Geologen Ken Hudnut die Nordspitze der Insel Sumatra um etwa 35 Meter in Richtung Südwesten. Gleichzeitig habe sich eine Seite etwa 30 Meter aus dem Wasser erhoben, die andere Seite etwa um die gleiche Anzahl an Metern abgesenkt.

30.12.2004 - 16:26 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 16:17 Uhr
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