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Tübinger entzaubern die Bayern

Basketball: Tigers begeistern mit einem 80:65-Sieg

Großer Name – kleine Wirkung: Aufsteiger FC Bayern München hat gestern Abend in der Basketball-Bundesliga von den Walter Tigers Tübingen ordentlich eine übergebraten bekommen. Die Tübinger siegten vor 3200 begeisterten Zuschauern mit 80:65 (35:27).

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Thomas de Marco

Tübingen. Das ist mal wieder typisch Tigers Tübingen: Da muss erst wieder ein Gegner mit einem klangvollen Namen aufkreuzen, damit die Mannschaft ihre Negativserie nach drei Niederlagen stoppt. Allerdings war bei Bayern München gestern das Beste wirklich nur der Name. Ansonsten stellten die Münchner mal wieder eindrücklich ihre Auswärtsschwäche zur Schau – bisher haben die Bayern erst das eine Mal bei Schlusslicht Göttingen in fremder Halle gewonnen.

Louis Campbell, mit 20 Punkten und großem Einsatz der beste Tübinger, stapfte strahlend aus der Arena: „Das war ein guter Abend und ein großer Sieg für uns! Wir wollten einfach gewinnen, aber München hat auch nicht gut gespielt und schwach geworfen.“

Vor der großen Kulisse legten beide Teams gleich munter los, Tübingen machte einen 6:10-Rückstand durch fünf Punkte von Vaughn Duggins zum 11:10 wett und zog in den letzten zwei Minuten bis Viertelende durch einen 7:0-Lauf auf 20:13 weg. Bayern spielte dabei allerdings so, wie sich das viele Vereine in der Fußball-Bundesliga mal wünschen würden: Im Angriff mit einer miserablen Erfolgsquote, hinten einladend offen. Auch dem Ex-Tübinger Aleksandar Nadjfeji gelang gar nichts.

Das ging im zweiten Viertel genauso weiter. Als Nicolai Simon nach knapp 14 Minuten einen Dreipunkte-Wurf versenkte, führten die Tigers schon mit 30:18. Kurz darauf hatte Tübingen nach einer Serie von 10:0 Punkten seine höchste Führung beim 32:18. Bei Bayern München wuchs nur die Foulbelastung konstant. Zwischendurch brachten die Münchner nicht mal einen Einwurf zum eigenen Mann.

Als sich die Bayern dann aber aufbäumten, ließ sich Tübingen von der Hektik anstecken, verlor reihenweise den Ball. Doch der wurfschwache Aufsteiger nutzte das zu wenig aus und kam bis zur Pause nur auf 27:35 heran.

Louis Campbell (rechts) machte ein großes Spiel und führte die Tübinger Tigers zum 80:65-Sieg ... Louis Campbell (rechts) machte ein großes Spiel und führte die Tübinger Tigers zum 80:65-Sieg über Bayern München. Damit ist Tübingen nach der 77:86-Niederlage im Hinspiel im direkten Vergleich besser.Bild: Metz

Als dann bei den Tübingern Louis Campbell und Tyrone Nash so richtig aufdrehten, konnten einem die weiterhin vogelwild daneben ballernden Bayern fast schon leidtun. Die Tigers nutzten die desolate Vorstellung des Aufsteigers mit dem höchsten Etat der Liga aus und zogen auf 48:33 (28.) weg. Doch dann entdeckten die Münchner urplötzlich den Sinn des erfolgreichen Distanzwurfs und kamen durch drei verwandelte Dreier in Serie auf 44:53 (29.) heran. Doch Tübingen konterte problemlos zum 58:45 bis zum Ende des dritten Viertels.

Auch im Schlussabschnitt gerieten die Tigers nicht mehr in Schwierigkeiten. Als Reggie Redding zwei artistische Körbe in Serie gelangen, holte Tübingen mit 66:49 (35.) seine höchste Führung heraus. Danach hielten die Tigers den Aufsteiger sicher auf Distanz und feierten mit ihrem Anhang, als „Oh wie ist das schön!“ durch die Halle dröhnte.

Die Stimmen der Trainer nach dem Spiel
Dirk Bauermann (München): „Trainer Perovic hatte einen Defensivplan, der uns 40 Minuten Schwierigkeiten machte. Wir waren nicht aggressiv genug. Tübingen hat mutiger gespielt und verdient gewonnen. Wir kamen nie so nah ran, dass Tübingen nervös werden musste. Die Tigers haben wenig Fehler gemacht und wohl ihre stärkste Saisonleistung gebracht.“

Igor Perovic: „Kompliment an meine Mannschaft, die 40 Minuten lang aggressiv gespielt hat. Die Energie der Spieler und des Publikums war exzellent. Wir haben unsere Fans aber auch gepusht heute. Louis Campbell hat ein perfektes Spiel gemacht und war der Schlüsselspieler bei diesem Erfolg. Als Adnan Hodzic zu Beginn des zweiten Viertels einen taktischen Fehler machte, habe ich mit einer Auszeit gleich eingegriffen (29 Sekunden nach Beginn des Viertels, die Red.) Die Pause wegen des Allstar-Days hat meinen Spielern, die teilweise nach Hause geflogen sind, sehr gut getan.“


27.01.2012 - 23:30 Uhr | geändert: 28.01.2012 - 13:40 Uhr

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