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In Tübingen zählen 500 Helfer vermutlich bis zum späten Montagabend

Alles bereit für die Wahl

Morgen wählen die Bürger/innen in Stadt und Kreis Tübingen ihre Vertreter für das Europäische Parlament und für die kommunalen Gremien. In Tübingen sind 40 Stadträte, im Landkreis mindestens 54 Kreisräte zu wählen.

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Eckhard Ströbel
Tübingen. Endspurt im Tübinger Wahlkampf: Wer noch unschlüssig ist, wem er seine 40 Gemeinderats-Stimmen gibt, sollte sich sputen. Zur Wahl stehen sieben Parteien und Listen: AL/Grüne (bisher 26,3 Prozent der Stimmen, 13 Sitze), CDU (19,2/9), SPD (16,5/8), UFW (12,2/6), WUT (10,6/5), TüLL (8,6/4) sowie FDP (6,5/3). Die Konkurrenten treten heute gemeinsam von 10 bis 14 Uhr mit ihren Kandidat(inn)en auf dem Marktplatz werbend an die Öffentlichkeit. Um die 40 Sitze im Gemeinderat (zuletzt waren es 48, in den 1980er Jahren bis zu 65) bewerben sich 280 Kandidaten, darunter 35 amtierende Stadträte.

Am Sonntag sind dann von 8 bis 18 Uhr die Wahllokale geöffnet. Wahlberechtigt für die Kommunalwahl sind in Tübingen 60 500 Bürger/innen (fast 4000 mehr als 2004), darunter etwa 3500 EU-Bürger. Bei der EU-Wahl sind es ungefähr 2000 Wahlberechtigte weniger, nämlich jene EU-Ausländer, die in ihren Herkunftsländern abstimmen oder keinen Antrag stellten.

Die wahlberechtigten Bewohner der acht Tübinger Stadtteile wählen zusätzlich ihre Ortschaftsräte – in der Summe geht es dort um weitere 84 Mandate.

Mehr als jeder achte Wahlberechtigte hat sich bereits entschieden. Das Rathaus hatte bis gestern 7600 Wahlscheine ausgegeben, die für die Briefwahl notwendig sind. Vor fünf Jahren lag die entsprechende Zahl bei 6200. Die erhebliche Steigerung, die seit längerem bei Wahlen aller politischen Ebenen zu beobachten ist, gilt als Indiz für zunehmende Mobilität der Wähler und ist im Übrigen den Pfingstferien geschuldet.

Die Wahlbeteiligung an der Gemeinderatswahl lag 2004 bei knapp 55 Prozent, wiederum fünf Jahre zuvor bei stark 50 und im Superwahljahr 1994 gar bei stolzen 69 Prozent: Die Kampagne für die ein Vierteljahr später abgehaltene Bundestagswahl hatte die Wähler bereits mobilisiert.

Zuverlässig wie immer liegt die Stadtverwaltung bei den Wahl-Vorbereitungen exakt im Plan – von der Schulung über die Wahl-Urnen bis zu den Helfer-Teams. In jedem Tübinger Wahllokal werden zwei Urnen stehen: eine für die Europa-, eine für die Kommunalwahl. In Letztere werden die Stimmzettel für Gemeinde- und Ortschaftsrat sowie für den Kreistag gesteckt. Nach den unterschiedlichen Farben der Umschläge sortieren die Wahlhelfer sie dann auseinander.

Um die 500 ehrenamtliche Wahlhelfer hat die Stadtverwaltung im Einsatz – acht pro Lokal, vier pro Schicht. Wenn am Sonntagabend zwischen 20 und 21 Uhr das Europa-Resultat ermittelt ist, zählen die Helfer in den Tübinger Stadtteilen sofort die Stimmen für die Ortschaftsräte aus. Die Ergebnisse sollen noch am späten Abend vorliegen.

Die dem Fahrdienst zugeteilten Wahlhelfer bringen vorher schon alle Gemeinderats-Urnen ins städtische Wahlamt, wo sie die Nacht über weggeschlossen werden.

Vom frühen Montagmorgen an widmen sich die Helfer-Teams aller Bezirke der Auswertung der Gemeinderats-Stimmzettel. (Zwischen-)Ergebnisse kann man auf der Internetseite der Stadt (www.tuebingen.de/wahlen) abrufen. Das Endergebnis wird – wenn Pannen ausbleiben – am Montagnachmittag erwartet. Unmittelbar nach den städtischen Zahlen sollen jene der Kreistagswahl erhoben und auch noch am Montagabend vollständig ans Landratsamt gemeldet werden.

Europa-Abgeordneter, Kreisrat, Stadtrat und Ortschaftsrat unterscheiden sich wohl in den Bezügen, nicht aber in der Amtsdauer: Sie werden alle auf fünf Jahre gewählt. Vorausgesetzt, es gibt keinen Wahlwiderspruch, endet die Amtszeit des gegenwärtigen Tübinger Gemeinderats im Moment, in dem der neue Rat zusammentritt. Diese gemeinsame Plenums-Sitzung ist für Montag, 27. Juli, angesetzt.
Geänderter Zuschnitt, andere Wahllokale
Bei Wahlen gliedert sich die Stadt Tübingen in 59 Wahlbezirke und etliche – morgen sind es zehn – Briefwahl-Bezirke. Die Stadt veränderte ihre Siedlungsstruktur und so mussten einige Bezirke neu zugeschnitten werden: drei Altstadt-Bezirke in Rathaus-Nähe, einer im Bereich Hechinger-/Fürststraße und einer in der Corrensstraße (Nordstadt). In acht Bezirken wechselt das Wahllokal, mit dem Ergebnis, dass immer mehr Wahllokale barrierefrei erreichbar sind. Wegen beider Änderungen sollten Wähler morgen einen Blick auf ihre Wahlbenachrichtigungskarte werfen: dort ist das Lokal notiert, in dem sie erwartet werden.
06.06.2009 - 08:30 Uhr | geändert: 10.08.2009 - 17:34 Uhr

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