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Deutsche zieht es in die Ferne

Zufriedene Reisebranche lockt mit Angeboten

Die Reisebranche verzeichnet für die laufende Sommersaison ein Plus von 6 Prozent. Darauf ruht sie sich aber nicht aus, sondern versucht, mit Rabatten von teils mehr als 50 Prozent die Kunden anzulocken.

 

Leipzig/Nürnberg Die Deutschen sind in diesem Sommer so reisefreudig wie offenbar nie zuvor und haben den Reisebüros Rekordumsätze beschert. Wie das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK mitteilte, stiegen die Erlöse der Reisebüros für die laufende Sommersaison von Mai bis Oktober um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gestützt werde diese Entwicklung unter anderem durch gesunkene Preise.

Wie es weiter hieß, sind im Schnitt pro Person 664 EUR für den Urlaub bei annähernd gleicher Aufenthaltsdauer gezahlt worden, 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutlich preisbewusster sind dagegen kurzentschlossene Urlauber, die durchschnittlich ein Drittel weniger ausgeben. Um diese Gruppe buhlen auch jetzt noch die Reiseveranstalter mit höheren Rabatten.

"Die Kunden zahlen 2010 weniger, weil das Angebot größer ist", sagte Lamia Azimi, Geschäftsführerin der FTI-Tochter "5 vor Flug". Den Trend bestätigte auch Last-Minute-Marktführer L"Tur: "Die Abschläge sind größer als im vergangenen Jahr", sagte Sprecherin Nina Meyer. Weil bei den Veranstaltern noch viele Flug- und Hotelplätze frei seien, würden diese nun mit großen Nachlässen angeboten.

Die meisten Buchungen sind den Angaben zufolge in diesem Jahr auf Urlaubsländer am Mittelmeer entfallen. Besonders gefragt seien neben Spanien und der Türkei sowie Ägypten, Griechenland und die USA. Wachstumsstark sind den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auch Fernreisen mit einem Zuwachs von 11 Prozent.

Richtig in Schwung gekommen ist das Reisegeschäft nach Angaben mehrerer Veranstalter aber erst seit wenigen Wochen. Viele hätten offenbar gewartet, bis die Fußball-WM zu Ende ist und buchten jetzt noch schnell eine Reise. "Seit Ende der WM verspüren wir einen richtigen Schub", sagte TUI-Sprecherin Anja Braun. "Da hat eine Buchungswelle eingesetzt", sagte Christian Weßels, Sprecher der Rewe Touristik.

Vielversprechend sind laut GfK-Institut auch die Vorausbuchungen für die kommende Wintersaison 2010/2011. Bis Juli habe das Umsatzplus 7 Prozent betragen. Dabei seien bei den Frühbuchern verstärkt das östliche Mittelmeer und Fernreisen gefragt.

Für preis- und qualitätsbewusste Urlauber ist jetzt Hochsaison, denn noch gibt es hohe Frühbucherrabatte auf Reisen in der Zeit zwischen November und April - es gibt zum Teil Preisnachlässe von mehr als 50 Prozent.

dpa/ddp

31.07.2010 - 08:30 Uhr
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