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Holzprodukte werden teurer

Verband warnt: Besorgnis erregender Engpass in Süddeutschland

Die Preise für Holz klettern in zweistelligen Prozentsätzen, weil die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt. Insbesondere in Süddeutschland ist der Engpass groß, sagen Branchenexperten.

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ALEXANDER BÖGELEIN
Artikelbild: Verband warnt: Besorgnis erregender Engpass in Süddeutschland Ein Kind läuft an Baustämmen vorbei. Weil der Holzeinschlag zurückgegangen ist, steigen jetzt die Preise für Holzprodukte. Foto: ddp

Bonn Verbraucher müssen sich in den kommenden Monaten auf steigende Preise für Holz in jedweder Form einstellen. Die Ersten, die die Verteuerung bereits zu spüren bekommen, sind die mittelständischen Unternehmen der Holzpackmittelbranche, die Paletten, Kisten und Verschläge fertigen, mit denen in erster Linie Maschinen und andere Technologieprodukte auf dem Weg zu Kunden im Ausland geschützt werden.

So legten beispielsweise die Preise für Sperrholz für Verpackungen im ersten Halbjahr um 25,3 Prozent zu, Massivholz für Holzpaletten verteuerte sich binnen Jahresfrist sogar um 29,1 Prozent. Diesen Anstieg könne man als dramatisch bezeichnen, sagt Siegfried von Lauvenberg, Geschäftsführer des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten und Exportverpackung (HPE). Insbesondere im süddeutschen Raum gebe es einen Besorgnis erregenden Engpass bei der Versorgung mit dem branchenweit dringend benötigten Rohstoff. Bei Schnittholz sei das Rekordniveau der letzten Aufschwungphase 2006/2007 in etwa erreicht. "Es steht zu befürchten, dass die Holzpreise im weiteren Jahresverlauf einen neuen Höchststand erreichen werden", sagte von Lauvenberg.

Nach Einschätzung von Jan Kurth, Volkswirt beim Hauptverband der Deutschen Holz- und Kunststoffe verarbeitenden Industrie, die steigenden Preise über kurz oder lang auch die Verbraucher treffen - beispielsweise beim Kauf von Möbeln oder Holzpellets. In welchem Ausmaß lasse sich aber nicht sagen. Der Preisindex für Nadelschnittholz sei binnen Jahresfrist um 25 Prozent gestiegen. Die Entwicklung bei diesem Grundsortiment sei exemplarisch für die gesamte Entwicklung am Holzmarkt.

Für den deutlichen Preisanstieg gibt es nach seinen Worten vor allem zwei Gründe: Weil immer mehr Holz energetisch genutzt werde, steige die Nachfrage nach Holz. Zum anderen hätten sich die Waldbesitzer und Forstbetriebe im Winter wegen der damals schleppenden Nachfrage mit dem Holzeinschlag zurückgehalten, sagte Kurth. Zudem seien Waldbesitzer bis ins Frühjahr davon ausgegangen, dass weniger Rundholz benötigt wird.

Da der überwiegende Teil des Holzes im Winter geschlagen werde und einige Sägereien im Sommer Betriebsferien mache, ist nach den Worten Kurths mittelfristig nicht mit einer Entspannung bei den Holzpreisen zu rechnen. Aufgrund der anziehenden Konjunktur werde der Holzbedarf weiter wachsen.

27.07.2010 - 08:30 Uhr

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