Spekulationen über Investorensuche - Mitarbeiter gründen Verein
Die Schlecker-Mitarbeiter bangen weiter um ihre Zukunft. Einige von ihnen haben nun einen Verein gegründet. Unterdessen gehen die Spekulationen weiter, wie das Unternehmen gerettet werden kann.
Anzeige
KAREN EMLER UND DPA
Schlecker-Mitarbeiter verteilen in Stuttgart Flugblätter. Foto: dpa
Ulm/Stuttgart Seit drei Wochen kämpft Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz darum, die angeschlagene Drogeriemarktkette Schlecker wieder auf Kurs zu bringen. Für die 32 603 Mitarbeiter, die in den vier insolventen Unternehmen des Konzerns beschäftigt sind, bedeutet diese Zeit eine große Belastung. Damit nicht alles am Betriebsrat hängt, schalten sich nun auch die Betriebsseelsorger der katholischen und evangelischen Kirchen ein.
Ein Bündnis aus Katholischer Betriebsseelsorge Ulm, Katholischer Arbeitnehmervertretung Bezirk Donau und dem Evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt Ulm laden die Mitarbeiter aus dem Raum Ehingen-Ulm-Günzburg für den 26. Januar zu einem Treffen ein. Dabei werden auch Vertreter der Arbeitsagentur, des Insolvenzverwalters sowie der Gewerkschaft Verdi mit an Bord sein. "Als kirchliche Einrichtungen liegen uns Ihre Situation und die Fortführung Ihrer Arbeit sehr am Herzen", schreibt das Bündnis in der Einladung.
Unterdessen gehen die Spekulationen über die Zukunft von Schlecker weiter, Stellungnahmen dazu gibt es nicht. Das Fachblatt "Lebensmittelzeitung" schreibt, dass das Management ergänzt und neu strukturiert werden soll. Auch die Investorensuche wird darin thematisiert: Der Finanzierungsbedarf der Kette betrage mindestens 500 Mio. EUR. Es werde geprüft, ob Teile des Auslandsgeschäft verkauft werden könnten und so "zur Rettung des Deutschland-Geschäfts beitragen könnten". Als möglicher Käufer unter anderem für Italien wird der "dortige Marktführer Aqua & Sapone" ins Spiel gebracht. Ex-Edeka-Chef Alfons Frenk soll an der Investorensuche beteiligt sein.
Um die Sanierung zu unterstützen, haben nun sieben Mitarbeiter in Stuttgart den Verein "Wir wollen Schlecker helfen" gegründet. Er soll die Kunden überzeugen, Schlecker die Stange zu halten. "Aus Betroffenheit haben wir uns gesagt, dass wir irgendwas tun müssen", sagte Diana Schauer, die Sprecherin der Gruppe. Sie hofft, dass die Aktion in ganz Deutschland Kreise zieht. Lars Schlecker, der Sohn des Firmengründers Anton Schlecker, begrüßte die Initiative.