Profilmetall mit Landespreis für junge Unternehmer ausgezeichnet
„Bei diesen Preisträgern ist die unternehmerische Begeisterung am eigenständigen Aufbauen und Entwickeln spürbar“, sagte Ministerpräsident Stefan Mappus gestern Abend in Stuttgart, wo die L-Bank die besten jungen Unternehmen auszeichnete. Der erste und mit 40 000 Euro dotierte Preis ging an die Hirrlinger Firma Profilmetall.
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Marike Schneck
Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth in ihrem Hirrlinger Unternehmen „Profilmetall“, das seit gestern Abend den Spitzenplatz der baden-württembergischen Jungunternehmen innehat. Bild: Wagenhan
Stuttgart/Hirrlingen. Mehr als 400 Unternehmen hatten sich heuer um den Landespreis der L-Bank, der baden-württembergischen Staatsbank, beworben. Schirmherr ist Ministerpräsident Stefan Mappus. Die besten zehn jungen Unternehmen wurden gestern ausgezeichnet, die ersten drei bekamen einen Geldpreis, aber nur eine Firma konnte den begehrten und mit 40 000 Euro dotierten ersten Platz machen. Dass sie den Spitzenplatz schaffen würden, erfuhren die Profilmetall-Unternehmer Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth gestern Abend bei der Preisverleihung im L-Bank-Gebäude in Stuttgart.
Gründe für die Auszeichnung fanden sich laut Jury viele. Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth führen das Unternehmen seit 1999 in der zweiten Generation. Seither habe Profilmetall eine rasante Entwicklung genommen: Übernommen hatten die beiden Unternehmer einen abhängigen Lohnprofilierer, der hauptsächlich für den Bau arbeitete. In wenigen Jahren bauten sie den Betrieb zum gefragten Engineering-Partner und anspruchsvollen Systemlieferanten unterschiedlicher Branchen auf.
Mittlerweile integriert Profilmetall Verfahrenstechniken, die über Umformtechnik hinaus gehen, wie Schweißen, Folie auftragen, Kunststoff einspritzen. Von Anfang an war es Ziel des Unternehmer-Paars, ihr Leistungsspektrum weiter zu ergänzen. Daher ist beiden die enge Zusammenarbeit mit Forschung und Hochschulen wichtig. Profilmetall bringt seine Erfahrungen im Konsortium eines EU-geförderten Projekts ein.
2008, so heißt es in der Beschreibung des Landespreises weiter, war ein wichtiger Entwicklungsschritt durch die Übernahme eines technologisch kompetenten Maschinenbauers gelungen. Seither können Kundenanforderungen von der Herstellung von Musterserien bis hin zur Lieferung großserientauglicher modularer Profilieranlagen erfüllt werden.
Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth verstehen ihren Weg als erfolgreiche Unternehmer auch als Ergebnis vieler Chancen, die ihnen zum Beispiel durch eine gute Ausbildung gegeben wurden. Chancen, die sie auch für andere schaffen möchten: Deshalb engagieren sie sich in Leonberg bei dem Verein „Prisma“, einem Modellprojekt für Jugendstrafvollzug.
„Der Erfindergeist und die Fähigkeit, aus guten Ideen erfolgreiche Produkte zu entwickeln, prägen das Selbstbewusstsein der Menschen in Baden-Württemberg und machen unser Land zu einer der innovationsstärksten Regionen in Europa“, sagte der Ministerpräsident gestern Abend. Christian Brand, Vorstandsvorsitzender der L-Bank, charakterisierte die Landespreisträger als Visionäre mit Bodenhaftung. „Bei der Entwicklung ihres Geschäftsmodells haben diese Unternehmer ein sensibles Gespür für Trends, aber auch für die Grenzen des Machbaren. Viele von ihnen sind dadurch den Anforderungen ihrer Kunden und dem Angebot der Konkurrenz einen entscheidenden Schritt voraus. Bemerkenswert ist, dass Technik für sie nie Selbstzweck ist, sondern stets verantwortlich mit Blick auf die Ressourcen und die Umwelt eingesetzt wird.“
Der Landespreis für junge Unternehmen
Der Mut und das Engagement, ein neues Geschäftskonzept umzusetzen, wird von der Landesregierung und der L-Bank alle zwei Jahre mit dem Landespreis für junge Unternehmen belohnt.
Ausgezeichnet werden Unternehmer, für die neben wirtschaftlichem Erfolg auch soziales Handeln und gesellschaftliche Verantwortung wichtig sind.
Schirmherr ist Ministerpräsident Stefan Mappus.
Dotiert ist der Preis mit insgesamt 100 000 Euro.
Der Erstplatzierte bekommt 40 000 Euro, der Zweite 30 000 Euro und der Drittplatzierte erhält 15 000 Euro.
Den Sonderpreis „Betriebsübernahme“ bekam die Bäckerei und Konditorei Jochen Baier in Herrenberg.
Prämiert, weil unter den Top Ten des Landes, wurde auch die Kusterdinger „Arche“, die langzeitbeatmeten und pflegebedürftigen Kindern ein familiäres Umfeld bietet.