Pfuschvorwürfe belasten Bilfinger bisher nur wenig
Bilfinger Berger will nach den Baupfusch-Vorwürfen bei den Anlegern Vertrauen zurückgewinnen. Finanzielle Folgen fürchtet der Baukonzern nicht.
Anzeige
Leitet den Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger seit 1999: Herbert Bodner.
Mannheim Baden-Württembergs größter Baukonzern Bilfinger Berger kommt derzeit nicht aus negativen Schlagzeilen heraus. Der Baukonzern aus Mannheim steht in der Kritik wegen möglicher Fehler beim Bau der U-Bahnen in Köln und Düsseldorf. Zudem ist Bilfinger Berger auch am Bau der A 1 beteiligt gewesen, bei der sich erhebliche Schäden am Asphalt aufgetan haben.
"Wir haben einen angemessenen Versicherungsschutz, so dass diese Schäden unseren nächsten Jahresabschluss nicht beeinträchtigen", sagte der Vorstandsvorsitzende Herbert Bodner bei der Bilanzpressekonferenz in Mannheim. Die finanziellen Folgen habe man unter Kontrolle, es gehe letztlich nur um geringe Beträge.
Die Pfuschvorwürfe drückten zwar den Kurs der Bilfinger-Aktie, sie wirken sich derzeit laut Bodner aber nicht negativ auf das Geschäft aus. "Es ist generell kein Vertrauensverlust bei den Kunden festzustellen", sagte Bodner.
Der zweitgrößte deutsche Baukonzern hatte seine Zahlen bereits vor einem Monat vorgelegt. Danach ist er ohne größere Blessuren durch das Krisenjahr 2009 gekommen. Der Gewinn stagnierte bei 140 Mio. EUR, während der Umsatz um 3 Prozent auf 10,4 Mrd. EUR sank. Der Auftragseingang des M-Dax-Konzerns, der weltweit 67 000 Menschen beschäftigt, stieg um 8 Prozent auf 11,1 Mrd. EUR.
Der M-Dax-Konzern will weiter wachsen und die Rentabilität mittelfristig deutlich steigern. Schon seit Jahren baut Bilfinger Berger das margenstärkere Dienstleistungsgeschäft aus und verringerte seine Bautätigkeit. Ein wichtiger Baustein dabei ist der eingeleitete Verkaufsprozess für das Australiengeschäft.
Der lange Winter lässt sich nach seinen Worten für die Branche aufholen. Mit Sorge blicke er allerdings auf das Jahr 2011, weil er dann deutlich weniger Aufträge von der öffentlichen Hand erwartet. dpa/apn