22.12.2009 Drucken Empfehlen
[X]
 per eMail empfehlen


   

Reiz des Durchschnittlichen

Investieren ohne Fondsmanager: Handel mit ETF ist einfach und spart Geld

Anleger, die ihr Geld statt in einzelne Aktien in börsengehandelte Indexfonds stecken, schneiden immer so gut wie der Gesamtmarkt ab. Das ist zwar nicht besonders aufregend - aber darin liegt der Reiz.

Anzeige


PETRA HOFFKNECHT
Artikelbild: Investieren ohne Fondsmanager: Handel mit ETF ist einfach und spart Geld Blick in den Handelssaal der Stuttgarter Börse. Hier können Privatanleger auch börsengehandelte Fonds an- und verkaufen. Firmenfoto

Frankfurt Was haben Autofahrer und Geldanleger gemeinsam? In beiden Gruppen glauben 90 Prozent, besser als der Durchschnitt zu sein - also besser Auto zu fahren oder mehr Rendite zu erwirtschaften. Dass sich ein Großteil irrt, liegt auf der Hand.

Artikelbild: Investieren ohne Fondsmanager: Handel mit ETF ist einfach und spart Geld

Für Geldanleger lässt sich wissenschaftlich belegen, dass sie nach Abzug aller Kosten und Gebühren langfristig meist nicht besser als der Markt sein können. Wie sich beispielsweise ein Aktienmarkt entwickelt, lässt sich an seinem Aktienindex ablesen: Der Deutsche Aktienindex (Dax) enthält die 30 größten börsennotierten Unternehmen hier zu Lande und bildet den deutschen Aktienmarkt ab; der EuroStoxx50 mit den 50 wichtigsten Titeln aus Europa ist das Barometer für den europäischen Aktienmarkt.

Zahlreiche Studien zeigen, dass auch die meisten Manager von Investmentfonds - und wenn sie noch so ausgeklügelt ihre Titel auswählen - langfristig nicht besser als der Markt abschneiden, auf dem sie investieren. Immer mehr Anleger gehen deshalb dazu über, sich statt einzelner Aktien gleich einen ganzen Markt ins Depot zu legen. Indem sie in einen Index investieren, sichern sie sich zumindest immer die durchschnittliche Marktrendite.

Viele dieser Anleger entscheiden sich für so genannte Exchange Traded Funds (zu deutsch: börsengehandelte Fonds, kurz ETF). Das sind Fonds, für deren Anteile - wie der Name schon sagt - laufend aktuelle Börsenkurse gestellt werden und die wie Aktien an der Börse ge- und verkauft werden. In der Regel bilden diese Fonds einen Index wie den Dax oder den EuroStoxx50 eins zu eins nach - ganz automatisch, ohne einen Fondsmanager. Die Vorteile: Das spart Geld, ist transparent und einfach.

Der Handel mit ETF funktioniert ähnlich wie eine Überweisung: Man braucht eine Bank und teilt ihr die Wertpapierkennnummer des ETF mit und den anzulegenden Betrag. "Nimmt man eine Direktbank, geht es noch einfacher. Denn der Berater, der einem das wieder ausreden will und lieber Provisionsträchtigeres verkauft, fällt weg", erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Hier zu Lande sind laut Bundesverbandes Investment und Asset Management 46,4 Mrd. EUR in diese Produkte investiert, fast achtmal soviel wie vor acht Jahren. Das Vermögen konzentriert sich dabei vor allem in ETF auf die populären Aktienindizes. Institutionelle Investoren wie Versicherungen und Vermögensverwalter fragen aber auch speziellere und kompliziert aufgebaute ETF für Nischenthemen oder exotische Anlageregionen nach. Die Anzahl der ETF hat sich im gleichen Zeitraum fast verzehnfacht.

Für Privatanleger eignen sich vor allem ETF auf große Indizes. Nauhauser empfiehlt, ETF mit einem Fondsvolumen nicht unter 200 Mio. EUR auszuwählen, um die Gefahr einer Schließung zu reduzieren. Wer in diese Produkte investiert, sollte - wie bei einem Aktieninvestment - einen langfristigen Anlagehorizont haben und bereit sein, Verluste in Kauf zu nehmen. Geht es am Aktienmarkt abwärts, fällt auch der Wert des ETF - und kein Fondsmanager steuert dagegen.

"Der Kostenvorteil ist nicht immer auch ein Performancevorteil", gibt der unabhängige Vermögensverwalter Arne Sand aus Stuttgart zu bedenken. Viele Fondsmanager seien ihr Geld wert.

Verglichen mit herkömmlichen Fonds sind ETF aber nicht nur im Unterhalt, sondern auch in der Anschaffung günstiger. Denn beim ETF-Kauf gibt es keine Vertriebsprovision. Dadurch finden Interessenten kaum eine kostenlose Beratung zu ETF. Sie müssen sich selbst informieren, um den für sie passenden ETF auswählen zu können. Dabei hilft das Internet: Die größten ETF-Anbieter sind die Barclays-Sparte iShares, die französische Luxor Asset Management und dbtrackers der Deutschen Bank. Rating-Anbieter wie Scope, die European Derivatives Group oder die Internetplattform Fund Explorer geben Anhaltspunkte, wie gut ein ETF seinen Index abbildet, wie viel Sicherheit der Emittent bietet und wie gut der Index selbst ist.

Einige Direktbanken bietet ihren Kunden die Möglichkeit, Sparpläne auf derzeit etwa 100 ETF abzuschließen. Dabei kaufen die Anleger monatlich oder quartalsweise für einen bestimmten Betrag ETF-Anteile. Das funktioniert wie ein Dauerauftrag, und kann jederzeit verändert oder gekündigt werden. Vermögenswirksame Leistungen können noch nicht in ETF angelegt werden. Laut Nauhauser ist der Verwaltungsaufwand für die Bank bei einem VL-Sparplan zu hoch.

22.12.2009 - 08:30 Uhr
Anzeige


Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T�bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Anzeige


Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion

Single des Tages
Anzeige
Testbericht.de - vergleichen Sie über 100.000 Produkte mit Tests und Preisangeboten.