24.12.2012 Drucken Empfehlen
 per eMail empfehlen


   

Selbstgemachtes übers Internet verkaufen

"Dawanda" oder "Etsy" stehen für einen starken Trend im Online-Handel

Wer Selbstdesigntes im Internet verkaufen will, hat gute Karten. Beispiel Dawanda oder Etsy: Online-Marktplätze sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Und der Trend soll anhalten.

Anzeige


DPA

Berlin Auf einen Mausklick erscheinen am Computer gestrickte Fingerpuppen auf selbstgenähte Taschen und Designermöbel. Eine Mischung, mit denen Online-Marktplätze seit Jahren einen Nerv zu treffen scheinen. "Es gibt einen Trend hin zu Produkten, die einzigartig sind oder einen Wert bieten, der über das rein Materielle hinausgeht", sagt Dawanda-Gründerin Claudia Helming. Auf ihrer Internet-Plattform bieten Verkäufer ihre selbstgestalteten Produkte in niedriger Stückzahl an. Seit der Marktplatz vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben wurde, sind die Nutzerzahlen kontinuierlich gestiegen.

Artikelbild: "Dawanda" oder "Etsy" stehen für einen starken Trend im Online-Handel Eine Mitarbeiterin des Online-Marktplatzes Dawanda dekoriert in Berlin einen Laden der Internet-Plattform. Foto: dpa

Inzwischen hat Dawanda über 2 Mio. Nutzer. Für dieses Jahr wird ein Umsatz von 7 Mio. EUR erwartet - nach 4,5 Mio. EUR im Vorjahr. Der Handelsexperte Jörg Funder von der Fachhochschule Worms sieht dahinter einen klaren Trend: "In einer Gesellschaft, wo eigentlich jeder alles hat, wird Konsum wieder Ausdruck der Individualität", meint er. "Wir waren ja sehr lange in einem sehr preisgetriebenen Segment. Und das haben wir hinter uns."

Laut Kati Krause, Sprecherin des Dawanda-Konkurrenten Etsy, wollen Käufer inzwischen nicht nur Produkte, die sonst keiner hat, sondern auch Informationen über den Verkäufer, den sonst keiner kennt. Die sei über die Online-Marktplätze möglich: "Das ist im Augenblick das Transparenteste, was du haben kannst - außer, du wohnst direkt neben dem Hersteller."

Ein Trend, der vor allem Frauen anzuziehen scheint: Der typische Dawanda-Kunde sei weiblich, sagt Helming. Seit 2011 ist die Plattform des US-amerikanischen Unternehmens Etsy auf deutsch zugänglich. Das Geschäftsmodell ist ähnlich wie bei Dawanda: Beide erheben Gebühren für jeden eingestellten Artikel und erhalten eine Verkaufsprovision in Höhe von 3,5 beziehungsweise 5 Prozent.

"Ich vergleiche es ja immer ganz gerne mit der Bio-Bewegung", beschreibt Helming die über die Jahre gewachsene Lust am Selbermachen. In allen größeren Städten gebe es Märkte, Do-it-yourself-Magazine sind beliebt, und in Wohnzeitschriften seien Rubriken zum Selbermachen enthalten. "Da greift schon eine Entwicklung um sich."

Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) sieht in den Plattformen noch großes Wachstumspotenzial. Vor allem für junge Künstler sei es ein guter Weg, ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, sagt Sprecherin Christin Schmidt. So wie beim Modelabel Costura. "Einen eigenen Online-Shop haben wir nicht, darum sind wir eben bei Dawanda", erläutert Mitinhaberin Sabrina Hilbig. Darauf könne sie potenzielle Kunden verweisen. Neben den Trends zu selbstgemachten Produkten und transparenterem Konsum können Seiten wie Dawanda und Etsy auch auf einen boomenden Internethandel zurückgreifen. Mit 27,5 Mrd. EUR Umsatz rechnet der BVH für 2012, eine Steigerung um 26 Prozent. Zumindest die selbst gemachten Produkte würden dem Handel keine Kunden wegnehmen, sagt Schmidt: "Diese Produkte sind eindeutig ein Bereich, der den klassischen Handel, wie wir ihn bisher kannten, ergänzt."

Dawanda hat in mehreren europäischen Städten in diesem Jahr Niederlassungen eingerichtet, die Mitarbeiterzahl stieg von 60 auf 150. Dieses und nächstes Jahr werde man deshalb noch rote Zahlen schreiben. Für Dawanda-Gründerin Claudia Helming geht das Ganze aber jetzt erst richtig los.

24.12.2012 - 08:30 Uhr

Anzeige

(c) Alle Artikel, Bilder und sonstigen Inhalte der Website www.tagblatt.de sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.

Bildergalerien und Videos

Afrikafest in Tübingen

700 Jahre Bürgerwache Rottenburg

Dorfstraßenfest Kirchentellinsfurt

10. Tübinger Rosenfest

Der zehnte 24-Stundenlauf von Dettenhausen

Drei Tage umsonst und draußen: Das achte KuRT-Festival hat eröffnet

Grillen wie ein Profi

Tübingen fiebert mit der National-Elf im Finale

So feierten Tübingen und Reutlingen den WM-Titel

Hoch zu Ross: Die Stadtgarde feierte

Tübinger Fußballfans nach dem 7:1 im WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien

Busfahrer-Warnstreik am 8. Juli 2014 im Tübinger Stadtverkehr

Busfahrer-Streik im Tübinger Stadtverkehr

Fest im Französischen Viertel

In Dusslingen wurde der Acker gerockt

Spring- und Dressurreiten in Turnier-Vollendung

Im Laufschritt durch die Reutlinger Altstadt

Gräber über Gräbern: Die Sülchen-Ausgrabung in Rottenburg

Anzeige


Nachrichten aus ...
ReutlingenWannweilPliezhausenWalddorfh�slachAmmerbuchT�bingenDettenhausenKirchentellinsfurtKusterdingenGomaringenDusslingenOfterdingenMössingenNehrenBodelshausenHirrlingenNeustettenRottenburgStarzachHorb
Anzeige


Die Woche im Rückklick
Artikelbild: 51-Jähriger wird in Altingen von einer Kreuzotter gebissen

Wissen, was war

Die Woche vom 12. bis 18. Juli:Weltmeister-Jubel, Interview mit Die Partei-Stadtrat und ein mysteriöser Schlangenbiss

Aktive Singles auf
date-click
Anzeige


Zeitzeugnisse

Ein Haus mit schönen Töchtern

Die Neckarhalde galt als „reizvolle Lage mit schönen Gärten bis an den Fluß“. So beschrieb das SCHWÄBISCHE TAGBLATT in seiner Rubrik „Die Straße der Berühmtheiten“ die Neckarhalde in der Ausgabe vom 1. August 1947. Namentlich erwähnt wurde darin auch das Gebäude in der Neckarhalde 32, das andere Eigentümer hatte, bevor es 1931 in den Besitz der evangelischen Kirchengemeinde überging.

Anzeige


Ihr Kontakt zur Redaktion