02.09.2010 Drucken Empfehlen
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Viele Azubis sind zufrieden

DGB-Bericht weist aber auf Überstunden vor allem in der Gastronomie hin

Mehr als zwei Drittel der Lehrlinge sind mit ihrer Ausbildung zufrieden. Aber immerhin ein Drittel muss regelmäßig Überstunden machen - vor allem in der Gastronomie. Hier sind die Azubis nicht so zufrieden.

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Berlin Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat mehr Schutz für Lehrlinge vor Ausbeutung gefordert. Dem aktuellen Ausbildungsreport zufolge leisten knapp ein Drittel der Azubis unter 18 Jahren regelmäßig Überstunden. "Das bedeutet, dass viele minderjährige Auszubildende deutlich länger arbeiten müssen, als es das Jugendarbeitsschutzgesetz erlaubt", bemängelte der DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf gestern in Berlin.

Der Gewerkschafter Rudolf rief die ausbildenden Betriebe deshalb dazu auf, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock meinte, eine unangekündigte Qualitätsüberprüfung in den Unternehmen zum Schutz der Auszubildenden sei überfällig.

Ausbildungshemmnisse im Gastgewerbe durch ein flexibleres Jugendarbeitsschutzgesetz abzubauen, wie von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag beschlossen, lehnt der Gewerkschaftsbund ab. Dies diene lediglich dazu, dass Hoteliers und Restaurant-Inhaber die Arbeitszeiten ihrer Auszubildenden bis in die Nachtstunden und an Wochenenden erweitern könnten, sagte Rudolf.

Lehrlinge im Hotel- und Gaststättenbereich sind dem Ausbildungsreport zufolge ohnehin besonders unzufrieden mit ihrer Ausbildung. Sehrbrock sagte in diesem Zusammenhang: "Harte Arbeit, permanente Überstunden, ein oftmals rauer Ton und der Eindruck, als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, führen bei vielen Auszubildenden in dieser Branche zu großer Enttäuschung."

Die DGB-Untersuchung basiert auf einer Befragung von Lehrlingen in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen. Am besten schnitt in diesem Jahr die Ausbildung zum Industriemechaniker ab, gefolgt von der Ausbildung zum Bank- oder Industriekaufmann. In diesen Berufen könne von einer überdurchschnittlich guten Ausbildung gesprochen werden, sagte Sehrbrock.

Aber auch insgesamt gesehen sind die jungen Leute recht zufrieden: 70 Prozent der Befragten finden die Qualität ihrer Ausbildung gut, sagte Sehrbrock. Die Ergebnisse hätten sich aber gegenüber der Befragung von 2009 verschlechtert.

Die Berufsschulen können bei der technologischen Entwicklung in vielen Betrieben nicht mithalten. Aber die Wissensvermittlung leide auch unter Unterrichtsausfällen und ständig wechselnden Vertretungen. Der DGB befürchtet, dass sich diese Situation angesichts der Sparpakete in den einzelnen Bundesländern noch verschlechtern werde.

Nach Einschätzung der Auszubildenden erhöht sich die fachliche Qualität im Betrieb mit zunehmender Betriebsgröße. In kleineren Betrieben fehlten häufiger Ausbilder. Zudem nehme die Zumutung ausbildungsfremder Tätigkeiten ab, je größer ein Unternehmen sei.

Erneut hat der Ausbildungsreport aber auch gezeigt, dass weibliche Auszubildende gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt sind. Weiterhin verdienen Frauen im Schnitt monatlich rund 110 EUR weniger, weil sie "typische" Frauenberufe ergreifen.

Sehrbrock zufolge dürften weibliche Lehrlinge aber nicht länger dafür bestraft werden, dass sie Dienstleistungen erbringen, Menschen pflegen oder beruflich Kinder erziehen. apn

Info http://www.dgb.de

02.09.2010 - 08:30 Uhr
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