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Heidelcement schöpft für 2010 Zuversicht

Baustoffkonzern bleibt seinem Sparkurs treu

Nach schweren Einbrüchen bei Umsatz und Ergebnis erwartet der Baustoffkonzern Heidelberg Cement 2010 wieder Zuwächse. Die Zuversicht speist sich vor allem aus der Entwicklung in Asien und Afrika.

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Artikelbild: Baustoffkonzern bleibt seinem Sparkurs treu Bernd Scheifele, der Vorstandschef von Heidelberg Cement, setzt auf Asien und Afrika.

Heidelberg Der Baustoffkonzern Heidelberg Cement erwartet nach den schweren Umsatz- und Ergebniseinbrüchen im vergangenen Jahr wieder Zuwächse. "Der Vorstand will, dass Heidelberg Cement 2010 wächst", sagte Unternehmenschef Bernd Scheifele in Heidelberg. Aber es sei noch nicht absehbar, ob dies auch die Märkte zuließen. Während das Unternehmen wieder deutliche Zuwächse in Asien verzeichnet, bereiten dem Heidelberg Cement-Chef die Baustoffmärkte in Nordamerika und Europa Sorgen. Dort geht Scheifele auch für das erste Halbjahr wegen des langen und kalten Winters von rückläufigen Volumen aus.

Im zweiten Halbjahr rechnet er in den USA mit einer Markterholung. Wie stark diese sein werde, hänge nicht zuletzt von der Umsetzung geplanter Infrastrukturprojekte ab. Auch in Europa geht er von Zuwächsen in diesem Bereich aus. Im Wohnungsbau hofft Scheifele auf eine Stabilisierung "auf historisch niedrigem Niveau". Vor allem wegen der geplatzten Immobilienblase in Spanien musste Heidelcement im vergangenen Jahr Millionenbeträge abschreiben.

Ihren Sparkurs will die im M-Dax notierte Gesellschaft weiter konsequent fortsetzen und in diesem Jahr zusätzlich 300 Mio. EUR Euro einsparen. Mit dem bereits im Sommer 2008 aufgelegten Sparprogramm drückte Heidelberg Cement im vergangenen Jahr die Kosten um mehr als 550 Mio. EUR. Ursprünglich waren 250 Mio. EUR geplant. So wurden konzernweit etwa 7500 Arbeitsplätze abgebaut, derzeit hat Heidelberg Cement nach eigenen Angaben 53 000 Mitarbeiter (31. Dezember 2009). Auch für dieses Jahr ist ein weiterer Stellenabbau geplant. Konkrete Zahlen nannte der Heidelberg-Chef noch nicht. Vor allem in den USA will Scheifele die Kosten um 40 bis 50 Mio. US-Dollar senken.

Einen Aufstieg in den Leitindex Dax im Jahr 2010 hält Finanzchef Lorenz Näger für sicher. Ende Mai sollte Heidelcement die Hürde dafür eigentlich packen, sagte er. Damit würde die Aktie ab Anfang Juli im Dax gehandelt. Spätestens jedoch im September, wenn die Indizes an der Deutschen Börse neu zusammengesetzt werden, sei ein Platz im Leitindex sicher, fügte Näger hinzu.

Im Krisenjahr 2009 hatte Heidelberg Cement die weltweite Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen. Hinzu kam im Schlussquartal ein kalter Winter. Trotz eines Verlustes in Höhe von 354 Mio. EUR in den letzten drei Monaten schrieb das Unternehmen im Gesamtjahr noch knapp schwarze Zahlen. Der Jahresüberschuss betrug 168 Mio. EUR. 2008 hatte Heidelberg Cement aufgrund des Verkaufs seiner Baustofftochter Maxit noch 1,9 Mrd. EUR ausgewiesen.

Für 2009 will Heidelberg Cement den Aktionären eine Dividende von 0,12 EUR je Aktie zahlen. Bereits im Vorjahr hatte das Management die Dividende von 1,30 EUR je Anteilsschein auf 0,12 EUR zusammengestrichen. 2009 schrumpfte der Umsatz um mehr als ein Fünftel auf rund 11,12 Mrd. EUR. Der operative Gewinn ging um fast 40 Prozent auf 2,15 Mrd. EUR zurück. Das Ergebnis wurde durch Einmaleffekte - unter anderem Wertberichtigungen wegen der geplatzten Immobilienblase in Spanien und Nordamerika - in Höhe von 790 Mio. EUR belastet. dpa

19.03.2010 - 08:30 Uhr | geändert: 19.03.2010 - 09:45 Uhr
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