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Zündende Idee kam im Schnee

Audi baut das fünfmillionste Fahrzeug mit Allradantrieb "quattro"

Einem Geistesblitz in Lappland verdankt Audi eine Erfolgsgeschichte. Den Allradantrieb "quattro" haben Testfahrer einem Geländewagen abguckt. Millionenfach hat sich diese Technik inzwischen bewährt.

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HANS GEORG FRANK

Neckarsulm Versuchsleiter Jörg Bensinger hatte im Winter 1977 in Nordschweden keine Chance mit seinen Fahrzeugen gegen den Geländewagen VW Iltis. Das kleine Militärvehikel mit seinem Allradantrieb zog im Tiefschnee problemlos an den starken Prototypen mit Frontantrieb vorbei. Diese Schmach münzte der Ingenieur in einen Triumph um. Seinem Geistesblitz ist zu verdanken, dass Audi mit dem in Lappland erdachten System eine führende Rolle als Allrad-Pionier übernehmen konnte.

Artikelbild: Audi baut das fünfmillionste Fahrzeug mit Allradantrieb "quattro" Der fünfmillionste Audi mit Vierradantrieb ist heute in Neckarsulm vom Band gerollt. Unser Bild zeigt die Wagenmontage. Foto: Audi AG

Vom Iltis guckten die Entwickler um Ferdinand Piech die Technik ab für den permanenten Antrieb aller Räder, bei der über eine hohl gebohrte Sekundärwelle im Getriebe die Kraft in zwei Richtungen fließen kann. Der Name ist Programm: "quattro" heißt vier. Je nach Typ existieren mittlerweile unterschiedliche Konzepte, mal eine Lamellenkupplung mit hydraulischer Betätigung und elektronischer Regelung, mal ein selbstsperrendes Mittendifferential.

Die Premiere wurde 1980 beim Genfer Autosalon mit dem Urquattro gefeiert, einem Coupé S 2, das damals umgerechnet 25 500 EUR kostete. Gestern lief in Neckarsulm das fünfmillionste Quattro-Getriebe vom Band, eingebaut in einen A6 allroad 3.0 TDI für rund 80 000 EUR. Die Technik, die mehr Fahrsicherheit vor allem bei schlechten Straßenverhältnissen garantieren soll, gibt es in 140 Modellvarianten. 42 Prozent der Audi-Kunden bestellen den Vierradantrieb, am besten verkauft er sich in den USA, Kanada, Russland und im Mittleren Osten.

Audi ist nach eigenen Angaben größter Premiumproduzent allradgetriebener Autos. Toyota kommt nur wegen der Pickups auf größere Stückzahlen. Die wachsende Nachfrage trägt zur Sicherung des Standortes Neckarsulm mit derzeit 14 700 Mitarbeitern bei. "Der Quattro ist für uns ein wichtiges Standbein", erklärte Werkleiter Fred Schulze.

26.02.2013 - 08:30 Uhr

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