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Lufthansa streicht den Flugplan zusammen

Airline steckt tief in den roten Zahlen

Der Kranich lässt die Flügel hängen: Lufthansa hat 2009 Verlust gemacht, und wann die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen wird, ist offen. Die Fluggesellschaft leidet unter geringerer Nachfrage und Preisdruck.

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ROLF OBERTREIS UND DPA

Frankfurt Die Lufthansa streicht wegen der Krise im Sommerflugplan (28. März bis 30. Oktober) einige innerdeutsche und europäische Verbindungen. Den 74 wegfallenden Flügen pro Woche stehen aber 67 zusätzliche Interkontinentalverbindungen entgegen, berichtete das Unternehmen gestern in Frankfurt. Unterm Strich bleibt daher die Flugzahl bei wöchentlich 12 853 nahezu gleich.

Da die Lufthansa zunehmend größere Flugzeuge fliegt, steigt die Kapazität um 3,6 Prozent. Erstmals wird von Juni an auch der neue Riesen-Airbus A380 eingesetzt. Auf welcher Strecke er fliegen soll, ist noch nicht bekannt.

Neue Ziele von Deutschland aus kommen vor allem dem Münchner Flughafen zugute. Von hier aus geht es zusätzlich ins usbekische Taschkent, ins moldawische Chisinau, nach Rostock und an die Adria mit den Zielen Zadar (Kroatien) und Bari (Italien). Keine eigenen Lufthansa-Flüge soll es mehr zum Balaton/Ungarn, nach Bern, Rönne in Dänemark und Hof-Plauen mehr geben, kündigte die Airline an.

Die Lufthansa will 2010 wieder besser abschneiden als im Krisenjahr 2009. Ob nach einem Verlust von 112 Mio. EUR, dem ersten seit 2003, wieder die Gewinnzone erreicht wird, ist nach Ansicht von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber nicht abzusehen. Die Nachfrage ziehe zwar wieder an, das Preisniveau sei aber nach wie vor unbefriedigend. Außerdem würden die 2009 gekauften Airlines Austrian und BMI 2010 kaum Gewinn abwerfen.

Unklar ist auch, wie die Tarifverhandlungen für Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal enden. Der viertägige Pilotenstreik lastet bereits mit 50 Mio. EUR auf der Bilanz 2010. Mit weiteren Streiks rechnet Mayrhuber derzeit nicht. Lufthansa werde unaufgeregt verhandeln.

Der Lufthansa-Chef wird den Piloten auch erläutern müssen, wieso 2009 die Grundgehälter der Vorstandsmitglieder um gut 10 Prozent gestiegen sind, bei Mayrhuber von 726 250 auf 805 000 EUR. Dies basiere auf einem Beschluss vom September 2008 nach dem es drei Jahre lang keine Anhebung gegeben hatte, betonte er. Zusammen mit Boni und Optionen ging sein Gehalt 2009 aber 3,1 auf 2,5 Mio. EUR zurück.

Die Zahl der Mitarbeiter reduzierte sich 2009 um 3,5 Prozent auf 117 500. Das Sparprogramm Climb, das bis Ende 2011 Einsparungen von 1 Mrd. EUR bringen soll, zeigt erste Ergebnisse.

12.03.2010 - 08:30 Uhr
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