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Daimler-Chef Zetsche verdient weniger

Abstriche bei den Bonuszahlungen und Konflikt mit verärgerten Betriebsräten

Erst wurde sein Vertrag nur um drei Jahre verlängert, jetzt wird bekannt, dass er Abstriche beim Gehalt hat: Für 2012 bekommt Daimler-Chef Zetsche eine halbe Million Euro weniger als im Vorjahr.

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ANTONIA LANGE, DPA

Stuttgart Daimler-Chef Dieter Zetsche bekommt die jüngsten Rückschläge des Autobauers auch in seinem Geldbeutel zu spüren. Nach annähernd 8,7 Mio. EUR für 2011 kassiert der Konzernlenker für das vergangene Jahr nach derzeitigem Stand eine halbe Million Euro weniger (8,2 Mio. EUR). Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den der Dax-Konzern gestern in Stuttgart veröffentlichte. Das Grundgehalt ist gleich. Zetsche erhält aber geringere Bonuszahlungen.

Artikelbild: Abstriche bei den Bonuszahlungen und Konflikt mit verärgerten Betriebsräten Sein Gehalt für das vergangene Jahr sank auf 8,2 Millionen Euro: Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender des Stuttgarter Autobauers Daimler. Foto: AFP

Der Autobauer hatte 2012 einen Rückgang beim operativen Gewinn verbucht. Bereits im Herbst musste Zetsche die Ziele für alle zentralen Unternehmensbereiche kappen. Für den achtköpfigen Vorstand schüttete der Konzern 27,3 Mio. EUR aus - nach 28 Mio. EUR im Jahr zuvor.

Im vergangenen Jahr hatte Zetsche in der Autobranche das höchste Salär nach VW-Chef Martin Winterkorn bekommen. Dessen Bonuszahlungen wurden nun jedoch neu geregelt, was auch Winterkorns Vergütung nach unten drückt. Der Volkswagen-Chef bekommt nach rund 17,5 Mio. EUR für das Jahr 2011 nun 14,5 Mio. EUR. Bei Daimler gibt es bereits eine Form von Deckelung: So ist etwa der Jahresbonus nach oben hin auf das Doppelte des Grundgehalts begrenzt.

Wie gestern bereits berichtet, wurde Zetsches Vertrag nur um drei statt der anvisierten fünf Jahre verlängert, weil die Daimler-Betriebsräte gegen Zetsches Verhalten protestiert hatten. Letztlich fiel das Votum des Gremiums Unternehmensangaben zufolge zwar einstimmig zu Zetsches Gunsten aus. Die beschlossenen drei Jahre sind nach dpa-Informationen aber letztlich ein Kompromiss. Wäre es nach den Betriebsräten gegangen, säße der 59-Jährige demnach künftig nicht mehr im Chefsessel.

Nach Ansicht von Experten stellt sich nun die Frage, wie lange man ein Unternehmen ohne die volle Rückendeckung der Mitarbeiter führen kann. "Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, ist das ein großes Problem", sagt Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. Zuletzt habe Zetsche einiges an "Porzellan zerschlagen", so der Branchenkenner. "Das muss schnell gekittet werden."

Bei den Beschäftigten hat der 59-Jährige dem Vernehmen nach keinen guten Stand. Dort ist man vor allem mit seinem Kommunikationsstil unzufrieden, heißt es. Zetsche lasse keine anderen Meinungen zu und schon gar keine Kritik. Unzufrieden war die Arbeitnehmerseite vor allem damit, dass Zetsche über ein anstehendes Sparprogramm nicht mit sich diskutieren ließ. Dort habe sich mittlerweile die Auffassung durchgesetzt: "Es geht eigentlich gar nicht mehr mit dem Zetsche." Weder eine Sprecherin des Gesamtbetriebsrats noch ein Konzernsprecher wollten dies kommentieren.

Probleme mit der Belegschaft würden die kommenden Jahre für den Konzernlenker noch schwieriger machen als ohnehin schon, meint Experte Bratzel. Zetsche müsse die Betriebsräte künftig stärker in Diskussionen einbeziehen. "Es ist eine Sache, die muss auf der persönlichen Ebene laufen. Man muss sich da zusammensetzen und das in ruhiger Art und Weise klären." Inhaltlich halte er die Arbeit des 59-Jährigen für richtig.

26.02.2013 - 08:30 Uhr

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