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Firmen wieder spendabler

Werbegeschenke zu Weihnachten: Furcht vor Bestechungsvorwurf

Der Firmen-Weihnachtsmann verteilt an Kunden wieder mehr Werbegeschenke - meist Kugelschreiber oder Taschenrechner. Von Bestechung kann da nicht die Rede sein. Dennoch sind manche verunsichert.

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SWP
Artikelbild: Werbegeschenke zu Weihnachten: Furcht vor Bestechungsvorwurf Ein Werbegeschenk-Klassiker: das Feuerzeug - auch wenn dieses sicher keine 18 Karat Gold hat. Archivfoto

Hamburg Bei Werbegeschenken zum Weihnachtsfest haben viele Firmenchefs wieder die Spendierhosen an. Wurde im Krisenjahr 2009 häufig noch auf Präsente verzichtet, zeigt man sich jetzt wieder spendabler. "Bei vielen Unternehmen sind die Geschäfte in diesem Jahr überraschend gut gelaufen, da möchte man nicht geizig erscheinen", sagt der Vorstandsvorsitzende beim Bundesverband der Webemittel-Berater und Großhändler (BWG), Hans-Joachim Evers. Dennoch schenken einige Firmen gar nichts mehr - aus Angst vor Bestechungsvorwüfen.

Stark im Trend liegen Artikel rund um den Computer. Die Palette reicht dabei vom USB-Stick bis zum Internet-Telefon. Besonders gefragt sind auch Accessoires für das iPhone wie Lautsprecher oder Taschen. Oder auch umweltgerechte Produkte mit Solarbetrieb wie Taschenlampen oder Ladegeräte.

"Werbeartikel müsse mehr denn je Exklusivität ausstrahlen, ein edles Design haben und von hoher Qualität sein, denn niemand möchte mit einem minderwertigen Produkt identifiziert werden", sagt Evers. Rund 12 000 Artikel werden derzeit angeboten - am häufigsten Textilien, Schreibwaren, Kalender und Elektroartikel.

Die Händler locken Kunden zudem mit immer neuen Präsentideen. Dazu zählt beispielsweise "der kleinste Videorecorder der Welt", der nur fünf Zentimeter misst. Oder ein ein antibakterieller Kugelschreiber, der sich während der ganzen Lebensdauer selbst desinfizieren soll. Zur Luxus-Kategorie gehören ein Panorama-Aquarium zur Wandmontage, russischer Ossietra-Kaviar für rund 650 EUR pro 125 Gramm oder ein Benzinfeuerzeug in 18 Karat Gold für 5000 EUR. Meist werden aber so genannte Streuartikel wie Kugelschreiber oder Taschenrechner verschenkt, die über 50 Prozent des Umsatzes der Werbeartikel-Branche ausmachen.

Das Weihnachtsfest hat für viele Firmen aber längst nicht mehr eine so große Bedeutung. Bedachte noch vor Jahren mehr als die Hälfte der Unternehmen die Kunden zum Fest, sind es inzwischen nur noch 37 Prozent. Lieber setzen die Firmen Werbepräsente bei Kundenbesuchen oder zu Geburtstagen ein.

Das liegt aber auch an der zunehmenden Befürchtung vor dem Vorwurf der Bestechung oder des Sponsorings. Das sei für die Branche ein großes Problem. "Einige sagen auch, ich schenke nichts, sonst habe ich noch die Steuerfahndung im Haus", sagt der Experte. Dabei sei die gesetzliche Regelung klar, denn pro Jahr und Kunde könne jedes Unternehmen nach wie vor 35 EUR steuerlich geltend machen.

Ungeachtet dessen läuft es in der Werbeartikelbranche mit ihren 5000 Unternehmen und 60 000 Beschäftigten wieder gut. Nachdem der Umsatz im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 2,9 Mrd. EUR einbrach, wird für 2010 wieder einen Anstieg auf 3,2 Mrd. EUR erwartet. Wenig kommt von den knauserigen Kleinstunternehmen: 40 Prozent von ihnen wollen mit Werbeartikeln bislang nichts zu tun haben. dapd

13.12.2010 - 08:30 Uhr
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