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Die Mischung machts

Experten raten, Geld breit gestreut anzulegen

Auch 2013 wird für Sparer kein leichtes Jahr: Finanzprodukte gelten entweder als riskant oder die Rendite gleicht kaum die Inflation aus. Wer kein Geld verlieren will, braucht den richtigen Mix im Depot.

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DPA

München Vorhersagen, was 2013 bringt, kann niemand: "Hält Italien seinen Sparkurs durch? Wird die USA einen harten Konsolidierungskurs fahren und die Konjunktur abbremsen?" Die Welt sei voller offener Fragen, sagt Andreas Beck, Leiter des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) in München. Wer in verschiedene Anlageformen investiere, könne das Risiko in jedem Fall spürbar verringern. "Es ist wichtig, sein Geld breit zu streuen", sagt auch Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Bei einer Krise seien nie alle Bereiche gleich stark betroffen. Verliert ein Bereich, sei ein anderer besser dran.

Hier eine Einschätzung der Experten zu den jeweiligen Anlagen:

Staatsanleihen: Anleihen der Krisenländer gelten als Gift im Portfolio, und für deutsche oder dänische Anleihen gibt es kaum Zinsen. Eine teuer erkaufte Sicherheit.

Festgeldkonto: "Der sichere Baustein im Depot sollte daher eher ein gut verzinstes Festgeldkonto sein, zum Beispiel bei einer Direktbank", sagt Nauhauser. Streuen: Ja. Aber auch nach den wirtschaftlichen Umständen gewichten. Diese Meinung vertritt Prof. Max Otte, der an der Uni Worms Betriebswirtschaft lehrt: "Wir sind in einem Klima der geplanten Enteignung der Sparer durch Inflation." Viele Geldanlagen brächten nicht einmal mehr den Inflationsausgleich. "Alles, was bislang als sicher galt, bringt derzeit nur Verluste." In Europa werde sich in naher Zukunft wenig tun.

Unternehmensanleihen: "Die Blase von Staatsanleihen ist auch auf gute Unternehmensanleihen übergesprungen", sagt Otte. Attraktive Zinsen seien bei soliden Firmen kaum noch zu haben. Von hoch verzinsten Mittelstandsanleihen sollte man dagegen die Finger lassen. Viele Firmen seien sehr klein und die Anlage hoch spekulativ. Auch Verbraucherschützer Nauhauser warnt vor dem Kauf einzelner Unternehmensanleihen.

Gold und Rohstoffe: Sie gelten als krisensicher gelten, seien aber nur bedingt zu empfehlen - weil der Goldpreis inzwischen sehr hoch ist, sagt Beck. Auch Nauhauser warnt: "Das ist Spekulation." Wertlos werden Edelmetalle aber nie. Etwas Gold könne das Depot stabilisieren.

Aktien: Vor allem Aktien sollten in jedem Sparplan eine Rolle spielen. Sie bieten 2013 noch am ehesten Anlass für Renditehoffnungen. "Man kommt um diese Anlageklasse nicht herum", sagt Beck. So billig wie Anfang 2012 seien gute Titel zwar nicht mehr zu haben. Dennoch lohne sich der Aktienkauf nach wie vor: "Wer einen Anlagehorizont von mehr als drei Jahren hat, kann jetzt guten Gewissens einsteigen." Von einer Aktienblase könne keine Rede sein. Viele Dax-Unternehmen sind weltweit aufgestellt und profitieren auch von Entwicklungen im Ausland. Dennoch sei es sinnvoll, international zu investieren, rät Beck.

Investmentfonds: Eine spezielle Möglichkeit unter den Aktien sind Investmentfonds. Indexfonds statt aktiv gemanagte Fonds, rät Nauhauser. Professionell gemanagte Fonds verlangten mitunter hohe Gebühren, bei Indexfonds falle nur etwa ein halbes Prozent jährliche Gebühren an. Der Finanzfachmann empfiehlt, die Märkte in Europa, in den USA sowie in den aufstrebender Schwellenländer abzubilden.

Immobilien: "Immobilien im Vermögensaufbau sind nie verkehrt", sagt Otte. Zwar sei der Markt für Mietwohnungen bereits überteuert, dennoch bleibe der Kauf für die Eigennutzung interessant. Als reine Geldanlage sei Wohneigentum dagegen nur bedingt geeignet: "Lieber in Sparpläne und Fonds investieren. Das ist stressfreier." IVA-Leiter Beck ergänzt:"Im Grunde ist es sinnvoll, jetzt große, gut gemanagte Immobilienfonds zu kaufen." Diese seien an der Börse mitunter mit 30 Prozent Abschlag zu haben.

02.01.2013 - 08:30 Uhr

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