Der Kauf der Bank HGAA war für die BayernLB ein Desaster. Jetzt will sie dafür den Ex-Aufsichtsratschef Faltlhauser zur Rechenschaft ziehen.
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IRIS HILBERTH
Der bayerische Ex-Finanzminister Kurt Faltlhauser war auch Verwaltungsratsvorsitzender der BayernLB.
München Es war ein beispielloser Fehlkauf: Gut 3,7 Mrd. EUR verschleuderte die Bayerische Landesbank einst mit dem Kauf der maroden Kärntner Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA). Jetzt verklagt die Bank den früheren bayerischen Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) und den ehemaligen Chef der Bayerischen Sparkassen, Siegfried Naser, auf Schadenersatz. Gemeinsam mit acht ehemaligen Vorständen der BayernLB sollen Faltlhauser und Naser der BayernLB 200 Mio. EUR zahlen.
Faltlhauser und Naser hatten zur damaligen Zeit abwechselnd den Vorsitz und Stellvertreterposten im Aufsichtsgremium der Bank inne. Recht überstürzt soll das Geschäft mit der damals schon in die Schlagzeilen geratenen HGAA über die Bühne gegangen sein, auch durch Abnicken des Verwaltungsrats.
Gegen den alten Vorstand ihrer Bank klagt die Bayern LB bereits seit vergangenem Jahr unter anderem wegen Untreue. Jetzt wirft sie Faltlhauser und Naser vor, ihre Aufsichtspflichten grob fahrlässig verletzt zu haben. Dadurch sei die Übernahme der HGAA möglich geworden. Die obersten Aufseher hätten damals den Vorstand zu früh zum Kauf der HGAA ermächtigt. Denn eine Vielzahl von Risiken sei noch ungeklärt und Informationen widersprüchlich gewesen.
Entscheidend ist der Vorwurf der "groben" Fahrlässigkeit. Neben Faltlhauser saßen auch Erwin Huber, Günther Beckstein und Georg Schmid von Regierungsseite im Aufsichtsgremium. Allerdings nur als einfache Mitglieder, was für eine Schadenersatzklage zu wenig ist.
Das Skandalgeschäft fiel in eine Zeit, in der die CSU sich noch in der glanzvollen Ära von Ministerpräsident Stoiber sah, der in der Welt überall vorne mitspielen wollte. Dass die Expansion der BayernLB Richtung Südost dazu gänzlich ungeeignet war, hatten die CSU-Größen im Aufsichtsrat übersehen.