Trigema meldet Umsatzplus
Bekleidungshersteller aus dem Zollernalbkreis trotzt der Krise
Unternehmer Wolfgang Grupp sieht sich bestätigt: Weil Trigema ganz im Inland und sehr flexibel produziere, könne der Bekleidungshersteller besser auf die krisenbedingt kurzfristige Nachfrage reagieren.
Trigema-Chef Wolfgang Grupp und seine Frau Elisabeth 2006 bei einer Shop-Eröffnung auf dem Stuttgarter Flughafen. Foto: ddp
Burladingen Der Bekleidungshersteller Trigema hat in der Wirtschaftskrise neue Kunden gewonnen und seine Umsätze leicht gesteigert. Gerade in schwierigen Jahren sei es ein Vorteil, dass man anders als die Konkurrenz in Fernost kurzfristig auf Aufträge reagieren könne, sagte Inhaber Wolfgang Grupp in Burladingen (Zollernalbkreis).
"In der Krise haben viele Kunden ihre Aufträge erst zurückgestellt, dann aber doch noch kurzfristig zusätzliche Ware gebraucht. Und diese Aufträge haben wir durch unsere Flexibilität bekommen." In diesem Jahr sei die Situation durch den warmen Winter und den kalten Frühling aber schwieriger.
Den Umsatz steigerte Trigema 2009 um 2 Prozent auf 85 Mio. EUR. "Aber ich bin ein Gegner dieser Wachstums-Zahlen", sagte Grupp. Sein Ziel sei es nicht, die Erlöse zu steigern, sondern das Unternehmen mit seinen 1200 Mitarbeitern - davon 700 im Stammwerk Burladingen, die übrigen in Altshausen (Kreis Ravensburg) und Rangendingen (Zollernalbkreis) - stabil zu führen. "Ich habe in meinen 41 Jahren noch nie ein Jahr mit Verlust abgeschlossen, ich habe noch nie eine Stunde kurz gearbeitet, ich habe noch nie jemanden aus Arbeitsmangel entlassen, und ich garantiere den Kindern unserer Mitarbeiter einen Arbeitsplatz. Das ist meine Aufgabe, und wenn ich das einhalte oder nicht einhalte, ist das für mich Erfolg oder Misserfolg", sagte er.
Wachstum sei für ein deutsches Unternehmen auf dem hart umkämpften Bekleidungs-Markt nur durch Innovationen möglich. "In einer bedarfsgedeckten Wirtschaft bei der Stückzahl zu wachsen, ist ganz schwierig. Da würde man sich auf einen ruinösen Verdrängungswettbewerb einlassen", sagte der 68-Jährige. Trigema versuche deshalb, mit Funktionstextilien wie kompostierbaren Kleidungsstücken höhere Preise und somit höhere Erlöse zu erzielen.
Grupp versucht schon seit Jahren, sein Unternehmen möglichst unabhängig vom Bekleidungs-Großhandel zu machen. Statt auf Textil- Messen ist Trigema eher auf Fach-Messen für Gastronomie, Altenpflege oder Feuerwehr vertreten. Auch der Online-Handel, den Trigema in Eigenregie führt, entwickele sich gut. 2009 seien 40 000 Päckchen verschickt worden. "Auch das ist Arbeitsplatzsicherung." dpa